Eine Grundvoraussetzung für eine postmortale Nierentransplantation sollte eine Übereinstimmung der Blutgruppen von Spender und Empfänger sein.(>>mehr)
bezeichnet die Nicht-Übereinstimmung im AB0-Blutgruppensystem. (>>ABO-inkompatible Nierentransplanation)
Nach einer Nierentransplantation trägt jeder Patient das Risiko einer Organabstoßung. Dieses Risiko besteht lebenslang und kann zu jedem Zeitpunkt nach der Transplantation auftreten. Aus diesem Grund benötigt jeder Patient nach einer Nierentransplantation abwehrschwächende Medikamente, die die Niere vor einer Abstoßung schützen.(>>mehr)
Ein Problem der ersten Zeit nach Transplantation kann das Auftreten von Abstoßungsreaktionen (Rejektionen) sein. Etwa 20-30% aller Patienten entwickeln innerhalb der ersten 6 Monate nach der Transplantation eine akute Abstoßung. Hierbei wenden sich die körpereigenen Abwehrzellen gegen die neue, als fremd erkannte Niere. Dank der modernen immunsuppressiven Medikamente, die die Körperabwehr wirksam unterdrücken, können Abstoßungen bei frühzeitiger Diagnose und rascher Therapie fast immer vollständig ausheilen. Die sichere Diagnose einer Rejektion erfolgt durch eine feingewebliche Untersuchung der Transplantatniere (Biopsie). Es werden nach Schweregrad und dem zeitlichen Verlauf verschiedene Arten unterschieden:
Je früher eine Abstoßung erkannt wird, desto erfolgreicher kann man diese behandeln und damit das Langzeitüberleben des Transplantats sichern. Zwar nimmt das Risiko im Laufe der Zeit ab, aber leider ist man auch nach Jahren nicht vollständig vor einer Abstoßung geschützt. Aus diesem Grund ist eine lebenslange Immunsuppression erforderlich.
Abk. für Angiotensin Converting Enzym-Hemmer. Diese Medikamente werden insbesondere zur Behandlung des Bluthochdrucks und der chronischen Herzschwäche eingesetzt. Sie sind Hemmstoffe des Angiotensin-konvertierenden Enzyms, das zu einer Blutdruck regulierenden Kaskade gehört (Renin-Angiotensin-Aldosteron-System).
bedeutet Übergewicht. Ob Übergewicht vorliegt, wird anhand des Body-Mass-Index (BMI) bestimmt. Anhand einer mathematischen Formel kann man den Grad des Übergewichts errechnen.
Die akute Tubulusnekrose ist eine rückbildungsfähige Schädigung der neuen Transplantatniere und führt zu einer verzögerten Funktionsaufnahme der Niere nach der Transplantation. Die Schädigung der Niere wird durch verschiedene Faktoren ausgelöst. Hierzu zählen die Qualität des Spenderorgans und die Zeitdauer, die die Niere außerhalb des Körpers aufbewahrt werden musste. Auch Medikamente zur Verhinderung der Abstoßung können einen reversiblen Schaden in der neuen Niere auslösen (Nephrotoxizität).
Aldosteron ist ein natürliches Hormon, das in der Nebennierenrinde gebildet wird. Es wird aus Cholesterin gebildet und zählt zu den Mineralcorticoiden. Aldosteron wird durch das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System reguliert. Es steuert das Blutvolumen im Körper über den Mineralhaushalt: Natriumionen und Wasser werden zurückgehalten; Kalium- und Wasserstoffionen werden ausgeschieden. Der Hyperaldosteronismus beschreibt Krankheitsbilder mit zuviel Aldosteron im Körper. Die Patienten haben Bluthochdruck und eine Erniedrigung der Kaliumionen im Blut. (>>mehr)
Allograft bedeutet, dass das Organ, welches transplantiert wird, von Mensch zu Mensch übertragen wird, beide Menschen aber unterschiedliche Erbinformationen besitzen. In Zukunft wird es vielleicht möglich sein, Organe vom Tier auf den Menschen zu übertragen. Dies nennt man Xenograft oder Xenotransplantation.
Allokation bedeutet "Verteilung", im vorliegenden Fall die Verteilung von Organen. Ein Allokationsverfahren folgt bestimmten Organverteilungskriterien, die für Deutschland durch Eurotransplant genau festgelegt sind.
Das Alport-Syndrom ist eine angeborene Erkrankung der Glomerula in den Nieren, die häufig begleitet ist von Schwerhörigkeit und Veränderungen an den Augen. Die Erkrankung tritt bei etwa einem von 50.000 Neugeborenen auf. Es gibt drei verschiedene Erbgänge. Der häufigste ist mit etwa 80 % der Erbgang über das X-Chromosom. Ein Mann mit Alport-Syndrom kann deshalb die Krankheit nicht an seine Söhne weiter vererben. Die Töchter eines solchen Mannes erben das kranke X-Chromosom. Wenn die Mutter zwei gesunde X-Chromosome hat, führt dies jedoch nur selten zu einer Erkrankung bei den Töchtern. Eine solche Tochter würde dann die Erkrankung an die Hälfte ihrer Söhne weitervererben, die, da sie nur das kranke X-Chromosom besitzen, die Erkrankung manifestieren. In 20 % der Fälle wird das Alport-Syndrom durch 2 verschiedene Mutationen im Chromosom 2 ausgelöst, so dass hier Frauen und Männer in gleichem Ausmaß betroffen sein können. Die Krankheit zeigt sich in der Regel zuerst durch das Auftreten von roten Blutkörperchen im Urin (Mikrohämaturie), später kommt es zu hohem Blutdruck, Verschlechterung der Nierenfunktion und Auftreten von Eiweiß im Urin.
Erkrankung mit Ablagerung von Eiweißstoffen (= Amyloid) in den unterschiedlichen Organen des Körpers. Verschiedene Formen werden unterschieden:
Chronisch entzündliche oder chronisch infektiöse Erkrankungen führen nach Jahren zu Ablagerungen des Amyloid. Hierzu zählen:
Seltener als angeborene Störung oder bei bösartigen Tumorerkankungen.
Eine besondere Form ist die Dialyse-assoziierte Form der Amyloidose (hier wird das Eiweiß beta2-Mikroglobulin im Gewebe abgelagert).
Anämie bezeichnet einen erniedrigten Spiegel roter Blutzellen. Anhand von zwei Werten im Patientenblut kann der Schweregrad der Anämie ermittelt werden:
Grundsätzlich liegen die Normalwerte für Frauen leicht unterhalb der Werte für Männer.
Wann ist eine Anämie gefährlich und wann sollte sie behandelt werden? Welcher Hämoglobinwert ist nach der Transplantation richtig? Dies sind schwierige Fragen, die in Expertenkreisen bislang noch nicht eindeutig beantwortet werden konnten. Für Dialysepatienten gibt es bereits Richtlinien. Expertin sind sich einig, dass die Zielwerte, die an der Dialyse gelten, auch beim transplantierten Patienten nicht unterschritten werden sollten.
Diese Untersuchung wird auch als Nierenangiographie oder Nierenarterienangiographie bezeichnet. Es ist eine Röntgendarstellung des Gefäßbaums der Niere mit Kontrastmittel (selektive Angiographie). Über einen Stickkanal in der Leiste wird ein Katheter über die Beckenarterien bis hin zur Hauptschlagader vorgeschoben. In Höhe der Abgangsstelle der Nierenarterie wird Kontrastmittel gespritzt und der Gefäßbaum der Niere dargestellt. Das Verfahren eignet sich für eine detaillgenaue Darstellung der Nierenarterien und der Durchblutung der Nieren. Mit dieser Untersuchung können sowohl die Eigennieren als auch die Transplantatniere dargestellt werden. Nachteile: Kontrastmittelunverträglichkeit, Blutungskomplikationen und (meist vorübergehende) Nierenschädigungen können auftreten.
Hormon, das eine Engstellung der Blutgefäße und damit einen Blutdruckanstieg bewirkt. Angiotensin wird hauptsächlich in der Niere, aber auch – in kleineren Mengen – in anderen Organen produziert. Siehe auch Renin, ACE-Hemmer, Angiotensinrezeptorblocker.
Antikörper, die gegen die glomeruläre Basalmembran im Nierenkörperchen (Glomerulum) gerichtet sind. Die Antikörper richten sich gegen einen bestimmten Bestandteil des Bindegewebes (Collagen IV). Diese Antikörper sind Auslöser des sog. Goodpasture Syndroms.
Medikation, um die Gerinnungsfähigkeit des Blutes zu verringern. Zur Antikoagulation werden derzeit hauptsächlich Heparin und Marcumar eingesetzt.
Ein Antikörper ist ein körpereigenes Eiweiß, dessen Hauptaufgabe darin besteht, schädliche Bakterien oder andere Erreger zu bekämpfen. Antikörper werden von Plasmazellen, die umgewandelte B-Lymphozyten sind, produziert. Sie erkennen fremde Eindringlinge, wie z.B. Bakterien, in Form einer Antikörper-Antigen-Reaktion. Antikörper können im Körper aber auch noch andere Abwehrmechanismen aktivieren (z.B. die Anlagerung von Fresszellen = Makrophagen).
Antikörper können aber auch gegen die neue Niere gerichtet sein. Manchmal besitzen Patienten vor der Transplantation Gewebsantikörper, die durch eine vorangegangene Transplantation oder durch Bluttransfusionen enstanden sein können. Bei Frauen können die Antikörper auch infolge einer Schwangerschaft auftreten.
Vor Aufnahme in die Warteliste und danach in vierteljährlichen Abständen wird das Blut aller Patienten auf das Vorliegen solcher Gewebsantikörper eingehend untersucht. Hat ein Patient diese Antikörper gebildet, so gilt er in der Fachsprache als "immunisiert". Alle drei Monate muss nun Blut dieser immunisierten Patienten an Speziallaboratorien im Länderverbund von Eurotransplant geschickt werden. Dadurch kann für diese Patientengruppe leichter ein passendes Organ gefunden werden.
Antigene sind alle Moleküle oder Substanzen, die von außen in den Körper gelangen und eine Abwehrreaktion des Immunsystems provozieren. So gesehen ist die neue transplantierte Niere ein "riesiges Antigen", gegen das ein Abwehrmechanismus aufgebaut wird. So werden von weißen Blutzellen Antikörper produziert, die sich dann an das "Antigen" (die neue Niere) binden. In Wirklichkeit spielt sich dieser Vorgang in jeder einzelnen Zelle der neuen Niere ab.
Antimetabolit bezeichnet eine meist niedermolekulare biochemische Substanz, die in ihrer Struktur einem natürlich vorkommenden Stoffwechselprodukt ähnlich ist, somit im Körper mit ihr in Konkurrenz tritt und gezielt bestimmte biochemische Funktionen blockiert.
Unter diesem Begriff werden in der Regel die nicht cortisonhaltigen schmerz- und entzündungshemmenden Medikamente zusammengefasst, die bei Gelenkbeschwerden gegeben werden (Synonym: nicht steroidale Antirheumatika NSAR, Antiphlogistika, Non-steroid-antiinflamatory drugs NSAID). Die schmerz- und entzündungshemmende Wirkung dieser Medikamente beruht auf einer Hemmung der Synthese von Prostaglandinen. Diese Prostaglandine spielen nicht nur eine wichtige Rolle bei der Schmerz- und Entzündungsreaktion sondern auch für die Nierendurchblutung und den Säureschutzmantel der Magenwand. Deshalb kann die Einnahme dieser Medikamente als Nebenwirkung zu Magengeschwüren und zu einer Verschlechterung der Nierendurchblutung und –funktion führen, so daß die Einnahme dieser Medikamente bei Nierentransplantierten sehr problematisch ist.
Ausweitung der Hauptschlagader. Die meisten Aortenaneurysmen treten an der Bauchschlagader auf. Es gibt aber auch Aortenaneurysmen an der Brustaorta.
bezeichnet die Verkalkung sämtlicher Arterien (z.B. Herzkranzgefäße, Arterien des Gehirns, Bein- und Beckenarterien).
Im Arzneimittelgesetz sind alle wichtigen Regelungen zur Zulassung von Arzneimitteln, zum Handel mit Medikamenten und zur Überwachung des Umgangs mit Arzneimitteln festgelegt.
Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Medikamenten, die zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt werden. Sie beeinflussen im Körper einen Hormonkreislauf (das Renin-Angiotensin-System). Sie werden auch zur Behandlung von Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und nach Herzinfarkt eingesetzt.
Übersäuerung des Blutes. Der normale pH-Wert des Blutes ist 7,4. Liegt der pH-Wert unter 7,38 spricht man von einer Azidose.