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Hämodialyse

Die Hämodialyse ist das klassiche Nierenersatzverfahren. Dialyse wird auch als "Blutwäsche" bezeichnet (griech.: dialysis = Auflösung, Trennung). Es ist ein technisches Verfahren, bei dem harnpflichtige Substanzen, überflüssiges Körperwasser und Giftstoffe aus dem Blut des Patienten entfernt werden. Die Hämodialyse ersetzt die Funktion der Nieren.

Eine Blutwäsche ist dann notwendig, wenn bei Patienten die eigenen Nieren in ihrer Funktion versagen. Die Dialyse ersetzt die Nierenfunktion jedoch nur teilweise und arbeitet nicht mit gleicher Perfektion wie die natürlichen Nieren. Giftstoffe werden unterschiedlich gut aus dem Blut entfernt. Grundsätzlich gilt: je grösser die Giftstoffe sind, desto schlechter können sie durch die Hämodialyse ausgewaschen werden. Ob und wann eine Dialysebehandlung notwendig ist, wird anhand der Nierenwerte im Blut und anhand der klinischen Beschwerden des Patienten getroffen.

Grundsätzlich werden heute die möglichen Dialysetechniken eingeteilt in:

  • extrakorporale Verfahren (lat.: außerhalb des Körpers erfolgend)
  • intrakorporale Verfahren (lat.: innerhalb des Körpers erfolgend), wie die Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse).

Welches Verfahren im Einzelnen für einen Patienten infrage kommt, wird von Arzt und Patient im individuellen Fall festgelegt und hängt von vielen Faktoren ab.

Hämofiltration

Bei der Hämofiltration wird ein Dialysator mit sehr durchlässigen Poren als künstliche Niere eingesetzt. Aus diesem Grund kann Flüssigkeit im Blut mit seinen gelösten Giftstoffen sehr gut abgefiltert oder abgepresst werden. Diese Flüssigkeit wird dann als vollständige Elektrolytlösung wieder aufgefüllt und dem Patienten über die Maschine zurückgegeben. Auf diese Weise wird der Wasseranteil im Blut nahezu vollständig ausgetauscht, die gelösten Giftstoffe werden "herausgespült" und durch saubere Flüssigkeit ersetzt.

Hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS)

Bei dieser Erkrankung kommt es gleichzeitig zur Hämolyse (Zerfall der roten Blutkörperchen) und zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion (Urämie) durch Verstopfen der kleinen Nierenarterien. Charakteristisch für die Erkrankung ist ein gleichzeitiger Abfall der Blutplättchen (Thrombozyten). HUS kann sich z. B. bei Frauen kurz nach der Geburt eines Kindes entwickeln (postpartales HUS). Bei nierentransplantierten Patienten kann die Erkrankung in seltenen Fällen auch als Folge einer Behandlung mit Cyclosporin, Tacrolimus, aber auch anderen Medikamenten auftreten.

Hämorrhagie

Blutung

Harnleiter (Ureter)

Der Harnleiter schafft die Verbindung zwischen Niere und Blase. Der von der Niere produzierte Urin wird im Nierenbecken gesammelt und fließt über den Harnleiter in die Blase ab. Der Harnleiter ist normalerweise als "Schlauch" angelegt. Selten kann der Harnleiter entwicklungsgeschichtlich doppelt oder geteilt angelegt sein (lat.:Ureter fissus und Doppelureter).

Harnröhre (Urethra)

Von der Blase fließt der Urin über die Harnröhre nach außen. Eine Infektion der Harnröhre wird als Urethritis bezeichnet.

Harnwegsinfektionen

Die Harnwege bestehen aus der Harnröhre, der Blase und dem Harnleiter. Infektionen können in allen drei Bereichen auftreten. Eine isolierte Infektion der Harnröhre wird als Urethritis bezeichnet. Eine Blaseninfektion als Cystitis und eine aufsteigende Infektion mit Beteiligung des Harnleiters führt in der Regel zu einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis).

  • Brennen beim Wasserlassen (Dysurie)
  • häufiger Harndrang (Pollakisurie)
  • Schmerzen in der Blase oder der Flanke
  • evtl. Fieber
  • Veränderungen der Urinfarbe oder des Uringeruchs

Die Diagnose wird durch eine Urinuntersuchung auf Bakterien (Urinkultur als Mittelstrahlurin) und durch den Nachweis von Leukozyten und Erythrozyten im Urin gesichert (Urinsediment oder Urin-Stix). Die Transplantatniere ist durch die anatomische Lage und einen häufig bestehenden Reflux (Rückfluss von Urin in den Harnleiter) besonders gefährdet für aufsteigende Infektionen. Deshalb sollte bei Auftreten von Beschwerden sofort ein Arzt konsultiert werden. Entleert sich die Harnblase beim Wasserlassen nicht vollständig (Restharnbildung), können Blaseninfektionen häufiger auftreten. Eine urologische Diagnostik ist zur Klärung der Ursachen der Restharnbildung angeraten. Die Behandlung erfolgt durch eine antibiotische Therapie, die bei Nachweis eines Erregers gezielt (nach einem Antibiogramm) erfolgen sollte.

Hautkrankheiten

Hauterkrankungen sind bei transplantierten Patienten als Langzeitproblem nicht selten. Warzen sind Virusinfektionen der Haut. Sie können an Händen und Füßen und im Genitalbereich auftreten. Häufig treten Veränderungen der Haut auf, die durch Lichteinwirkung hervorgerufen werden. Es kann sich hierbei leider auch um bösartige Geschwülste (Tumoren) der Haut handeln. Bestimmte Formen des Hautkrebs neigen in der Regel nicht zu Absiedlungen in andere Organe (z.B. Basaliome). Dennoch müssen alle auffälligen oder tumorverdächtigen Hautveränderungen entfernt werden. Mindestens einmal pro Jahr sollte jeder transplantierte Patient zum Hautarzt gehen. Wichtig ist der Schutz vor Sonne (bzw. UV-Strahlung). Von März bis Oktober sollte Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (Faktor 20 bis 30) auf Arme und Gesicht aufgetragen werden.

HbA1c

ist ein Laborwert, der auch als "Blutzuckerlangzeitgedächtnis" bezeichnet wird. Ist der Wert erhöht, spricht dies für eine schlechte Blutzuckereinstellung über mehrere Wochen bis Monate.

HD-Patient

Patient, der mit der Hämodialyse behandelt wird.

Hepatitis A

Leberentzündung, die durch das Hepatitis A-Virus ausgelöst wird. Das Hepatitis A-Virus wird von den Erkrankten in großer Menge im Stuhl ausgeschieden und kann sich, bei mangelnder Hygiene, rasch ausbreiten (typische Kindergarteninfektion). Die Erkrankung kann zu einer deutlichen Gelbsucht führen aber auch fast ohne Krankheitssymptome ablaufen. Sie heilt in aller Regel von selbst aus und gilt deshalb als relativ harmlose Form der Leberentzündung. Es gibt einen Impfstoff gegen Hepatitis A

Hepatitis B

Leberentzündung, die durch das Hepatitis B-Virus ausgelöst wird. Die Hepatitis B wird durch Kontakt mit Blut oder Speichel der erkrankten Personen übertragen. Gefährdet sind deshalb Patienten, die eine Bluttransfusion erhalten, die nicht ausreichend untersucht worden ist, Hämodialysepatienten, Krankenhauspersonal, Zahnärzte, Drogenabhängige, die Drogen i.v. spritzen und homosexuelle Männer. Die Hepatitis B kann zu einem lebensbedrohlichen Leberschaden führen und heilt auch nicht in allen Fällen spontan aus. Besonders bei Patienten, die ein geschwächtes Immunsystem haben (wie z.B. Hämodialysepatienten) kann das Hepatitis B-Virus sich dauerhaft in der Leber einnisten und zu einer chronischen Infektion führen. Zur Behandlung der Hepatitis B stehen eine Reihe von Medikamenten (z.B. Lamivudin, Adefovir, Tenofovir) zur Verfügung. Wird ein Hämodialysepatient mit einer chronischen Hepatitis B nierentransplantiert und erhält eine immunsuppressive Behandlung, kann sich die Hepatitis erheblich verschlechtern mit teilweise tödlichem Ausgang. Bei dieser Konstellation ist deshalb eine zusätzliche Behandlung mit einem Medikament gegen Hepatitis B notwendig. Gegen das Hepatitis B Virus kann man sich impfen lassen. Am besten wirkt die Impfung wenn das Immunsystem intakt ist, bei geschwächtem Immunsystem ist die Wirkung der Impfung herabgesetzt.

Hepatitis C

Leberentzündung, die durch das Hepatitis C-Virus ausgelöst wird. Die Hepatitis C wird meist durch Kontakt mit Blut von infizierten Patienten übertragen. Gleichzeitig muß noch ein bislang noch nicht aufgeklärter Übertragungsweg existieren, da auch Patienten, bei denen kein Blutkontakt in der Vorgeschichte bestanden hat, gelegentlich die Erkrankung bekommen. Die Hepatitis C wird in einem hohen Prozentsatz der Patienten chronisch und heilt somit nicht spontan aus. Die chronische Hepatitis führt zu einer langsamen, schleichenden Schädigung der Leber bis hin zur Leberzirrhose, die sich über Jahre bis mehrere Jahrzehnte erstrecken kann. Hierbei kann es auch zur Entartung von Zellen und Auftreten eines bösartigen Lebertumors (hepatozelluläres Karzinom) kommen. Die Häufigkeit der Hepatitis C ist von Region zu Region sehr unterschiedlich. In südlichen Ländern wie Spanien, Italien, Türkei und Jugoslawien, ist sie sehr viel häufiger anzutreffen als z.B. in Deutschland. Ähnlich wie bei der Hepatitis B kann auch bei einer chronischen Hepatitis C die Immunsuppression im Rahmen einer Transplantation den Verlauf der Erkrankung beschleunigen. Wenn ein Dialysepatient an Hepatitis C leidet, sollte deshalb vor einer eventuellen Transplantation unbedingt versucht werden, die Virusinfektion zur Ausheilung zu bringen. Zur Behandlung der Hepatitis C wird derzeit die kombinierte Behandlung mit Interferon und Ribavirin empfohlen. Diese Behandlung führt allerdings leider nur in der Hälfte der Fälle zum Erfolg und hat, im Unterschied zur Behandlung der Hepatitis B, eine Reihe von Nebenwirkungen. An der Entwicklung neuer Medikamente zur Behandlung der Hepatitis C wird weltweit mit Hochdruck geforscht, so dass hier möglicherweise Verbesserungen der Wirksamkeit und Verträglichkeit in der Zukunft zu erwarten sind. Ein Impfstoff gegen Hepatitis C existiert nicht.

Heparin

Heparin ist ein Polysaccharid, das aus Schweinedünndarm oder Rinderlungen gewonnen werden kann. Es wird eingesetzt zur Verlängerung der Blutgerinnungszeit (sogenannte Blut¬verdünnung), z.B. um die Blutgerinnung bei der Hämodialyse oder bei Operationen unter Einsatz der Herz-Lungen-Maschine zu verhindern. Heparine werden außerdem vorbeugend eingesetzt um Gerinnselbildungen in den Venen (Venenthrombosen) zu verhindern. Solche Thrombosen treten gehäuft im Zusammenhang mit Operationen, Bettlägerigkeit oder Ruhigstellung einer Extremität und z.B. auch bei längeren Flugreisen auf. Heparin muß unter die Haut oder i.v. gespritzt werden. Abgebaut wird Heparin in der Leber, kleinere Bruchstücke werden auch über die Nieren ausgeschieden.

koronare Herzerkrankung

Das Herz wird durch einige große Arterien mit Blut versorgt, die als Koronar-Arterien bezeichnet werden. Werden in diesen großen Herzkranzgefäßen Verkalkungen nachgewiesen, spricht man von der koronaren Herzerkrankung.

Hirntod

Der Hirntod ist der Zustand der irreversibel erloschenen Gesamtfunktion des Gehirns: des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms. Nur durch eine Beatmungsmaschine wird die Herz- und Kreislauffunktion aufrechterhalten. Der Hirntod wird von zwei unabhängigen Ärzten diagnostiziert. Hierbei werden die klinischen Symptome des Hirntodes (Koma, vollständiger Ausfall des Atemantriebs und das Fehlen von Hirnstammreflexen) geprüft. Der Nachweis der Irreversibilität wird durch klinische Beobachtung (bis zu 72 Stunden) oder durch ergänzende Apparateuntersuchungen (Null-Linien-EEG, Angiographie mit Nachweis der fehlenden Durchblutung des Gehirns als zerebraler Zirkulationsstillstand) erbracht.

HLA-Typisierung

Feststellung der HLA-Antigene auf den Leukozyten.

1-Alpha-Hydroxilase

1-Alpha-Hydroxilase ist ein wichtiges Enzym (Eiweiß), das überwiegend in der Niere aktiv ist und das Vitamin D3 in seine hormonaktive Form (1,25 OH-Vitamin D3 = Calcitriol) überführt. Wenn die Niere erkrankt, kann es durch einen Mangel an diesem Enzym zu einer verminderten Calcitriolbildung kommen. Dies hat Folgen für den Knochenstoffwechsel im Körper. [Mehr zum Thema]

Hygiene

Nach der Organtransplantation braucht der Patient bei stabiler Transplantatfunktion keine besonders strengen Regeln der Hygiene zu beachten. Insbesondere ist es nicht notwendig, eine "sterile" Wohnung zu haben. Grundsätzlich kann ein Patient nach der Transplantation auch wieder ins Schwimmbad gehen oder eine Sauna besuchen. Allerdings sollte dies im ersten Jahr nach der Transplantation eher nicht geschehen. Für die Zeit danach sollte jeder Patient im Einzelfall erst Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten.

Hypercholesterinämie

ist eine Erhöhung des Cholesterinwerts im Blut des Patienten über die Norm. Folge kann ein erhöhtes Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen sein.

Hyperparathyreoidismus (sekundär)

Die Niere erfüllt wichtige Aufgaben im Knochenstoffwechsel des Körpers. Sie reguliert, wie viel Calcium und Phosphat mit dem Urin ausgeschieden werden. Dies geschieht durch zwei Hormone: Parathormon (PTH) und 1,25 OH Vitamin D 3 (aktives Vitamin D). Beide Hormone haben auch Einfluss auf die Knochen, wo sie die Umbauvorgänge regulieren. Zusätzlich wirken diese Hormone auf den  Darm. Dort wird die Aufnahme von Calcium und Phosphat aus der Nahrung gesteuert. Die Niere reagiert jedoch nicht nur auf "fertiges" aktives Vitamin D, sondern sie ist auch, durch ihren Gehalt an 1-Alpha-Hydroxilase, der entscheidende Bildungsort für dieses Hormon. Mit abnehmender Nierenfunktion nimmt auch die Menge an 1-Alpha-Hydroxilase ab, wodurch die Menge an aktivem Vitamin D-Hormon zurückgeht. Außer Niere, Knochen und Darm hat Vitamin D3 noch einen Angriffspunkt an den Nebenschilddrüsen, wo es die Bildung von Parathormon beeinflusst. Sind die Vitamin D3-Spiegel hoch, wird wenig Parathormon produziert. Der Abfall der Vitamin D3-Menge in der Niereninsuffizienz führt umgekehrt zur Zunahme der Produktion von Parathormon. Durch diesen erhöhten Parathormonspiegel kommt es in der Niereninsuffizienz zu einem verstärkten Knochenabbau. Nach erfolgreicher Transplantation beginnt die Niere wieder, aktives Vitamin D3 zu produzieren, die Produktion von Parathormon und der Knochenstoffwechsel normalisieren sich wieder. Dies ist allerdings nur bei etwa der Hälfte der Patienten der Fall. Bei den übrigen Patienten hat sich die Bildung von Parathormon in den Nebenschilddrüsen bereits von der normalen Regulation durch Vitamin D oder Calcium abgekoppelt, sodass eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen = Hyperparathyreoidismus trotz ausreichender Vitamin D-Spiegel und hoher Serumcalciumwerte verbleibt. In diesen Fällen muss also auch nach erfolgreicher Nierentransplantation mit einem Verlust von Knochenmasse gerechnet werden.

arterielle Hypertonie

Bluthochdruck

renovaskuläre Hypertonie

Bluthochdruck, der durch eine verminderte Nierendurchblutung durch Verengung der Nierenarterie hervorgerufen wird.

Hypertonus

Bluthochdruck

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