Bei einer Pankreas-Nierentransplantation werden gleichzeitig eine Niere sowie die Bauchspeicheldrüse eines Spenders auf einen Empfänger übertragen.
Dieses Verfahren kommt für Patienten in Betracht, die an einem Diabetes mellitus Typ I und gleichzeitig an einer fortgeschrittenen Niereninsuffizienz (kurz vor oder nach Dialysebeginn) leiden.
Mit der Transplantation der Bauchspeicheldrüse wird der Diabetes mellitus ursächlich behandelt. Die neue Niere bewahrt oder befreit den Patienten unter Umständen von der Dialysepflichtigkeit. [Mehr zum Thema]
Parathormon (abgekürzt: PTH) ist ein körpereigenes Hormon, das im Körper die Aufgabe hat, vorwiegend den Calciumhaushalt zu regeln. Das Hormon wirkt direkt auf
Indirekt wirkt es über die Beeinflussung der Vitamin D-Herstellung (Synthese) im Darm. PTH wird vermehrt vom Körper ausgeschüttet, wenn die Calciummenge im Blut abnimmt (Hypocalcämie). Dies ist bei Patienten mit Niereninsuffizienz der Fall: Es entsteht ein Hyperparathyreoidismus.
Patient, der mit der Peritonealdialyse behandelt wird

Eine Blutwäsche kann auch in Form einer Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse) durchgeführt werden. Dieses Nierenersatzverfahren ist ein etabliertes Verfahren und gleichwertig zur klassischen Hämodialyse. Das Prinzip ist einfach: Man benutzt das körpereigene Bauchfell als natürliche "Dialysemembran".
Dabei werden die harnpflichtigen Stoffe im Blut über diese natürliche Membran entgiftet. Das Bauchfell ist sehr gut durchblutet und hat bis zu 2 Quadratmeter Austausch-Oberfläche, über die die Giftstoffe des Körpers ausgeschieden werden können. [Mehr zum Thema]
In der Regel gutartiger Tumor, der die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin produziert und dadurch zu einem – teilweise krisenhaft auftretenden – Bluthochdruck führt.
Phosphat ist ein wichtiges Salz im Körper.
Infektionen durch Pilze können in verschiedenen Organen auftreten. Auch nach einer Nierentransplantation kann eine Pilzinfektion in der Lunge (Pilzpneumonie) oder in der Blase (Pilz-Cystitis) auftreten. Pilze können im Urin oder in anderen Körperflüssigkeiten durch Mikroskopie und kulturelle Anzüchtung nachgewiesen werden.
Eine der Dialyse ähnliche Methode, bei der das Blutplasma von den festen Bestandteilen getrennt wird.
Tumorartige Formierung von Plasmazellen, meist als Zellnester im Knochenmark. Als Abkömmlinge der Plasma-Zellen produzieren Plasmozytome meist Bruchstücke von Immunglobulinen.
bedeutet "Scheinmedikament". Häufig wird in einer klinischen Studie ein neuer Wirkstoff mit einem Scheinmedikament - also einer Tablette ohne Wirkstoff - verglichen. Das Leerpräparat sollte keine Wirkungen und Nebenwirkungen haben.
Bakterien, die eine Lungenentzündung auslösen können. Die Lungenentzündung kann mit Antibiotika behandelt werden. Zur Vorbeugung gegen eine Pneumokokkeninfektion gibt es eine Impfung für gefährdete Personen, die mehrere verschiedene Typen der Pneumokokkenbakterien erfasst.
Lungenentzündungen gehören zu den häufigsten Komplikationen nach einer Nierentransplantation. Durch die abwehrschwächende Behandlung ist das Risiko für das Auftreten einer Pneumonie nach Transplantation im Vergleich zur Normalbevölkerung erhöht. Krankheitsverursachende Erreger können Viren, Bakterien und Pilze sowie andere seltene Erreger sein. Mehr zum Thema
Lungenentzündung, bei der hauptsächlich das Lungenbindegewebe betroffen ist
Polyomaviren sind sogenannte DNA-Viren aus der Familie der Papovaviren. Das am längsten bekannte Papomavirus ist das SV 40-Virus, das normalerweise nur bei Affen vorkommt und zur Erforschung der Tumorentstehung zu Forschungszwecken schon mehrere Jahrzehnte benutzt wird. Für den Menschen von Bedeutung sind im wesentlichen zwei Polyomaviren:
1. das JC-Virus, das eine Erkrankung des Gehirns hervorrufen kann und
2. das BK-Virus, das am häufigsten in der Niere und in den ableitenden Harnwegen (Harnleiter und Blase) vorkommt.
Beide Viren sind in der Bevölkerung der USA und Europa weit verbreitet. Bei etwa 60-80 % der Erwachsenen lassen sich Antikörper gegen diese Viren nachweisen als Hinweis darauf, dass ein Kontakt mit dem Virus stattgefunden haben muß. Bei Menschen mit gesundem Immunsystem führen diese Viren jedoch in aller Regel nicht zu einer Erkrankung. Anders ist die Situation, wenn das Immunsystem nicht mehr normal funktioniert. Ein Beispiel hierfür ist die HIV-Erkrankung, bei der das JC-Virus zu einer Gehirnerkrankung mit Sprachstörungen und Lähmungserscheinungen führen kann. Das BK-Virus tritt insbesondere bei Nierentransplantierten öfters auf. Hierbei können mit dem Mikroskop veränderte Zellen im Urin nachgewiesen werden, außerdem gibt es einen Virusnachweis auch aus dem Urin und dem Blut. BK-Virus kann zu einer schweren Entzündung der transplantierten Niere mit Ansteigen des Kreatininwertes führen. Diese sogenannte BK-Virus-Nephritis tritt besonders bei den Patienten auf, bei denen eine sehr starke Immunsuppression (z.B. Antikörpergabe bei der Transplantation und Kombinationsbehandlung von Tacrolimus und Mycophenolat) durchgeführt wird. Durch Reduktion der Immunsuppression heilt die Erkrankung häufig ab. Es können jedoch bleibende Schäden in der transplantierten Niere bleiben. Eine direkte Behandlung der Virusinfektion ist zur Zeit noch nicht etabliert.
Potenzprobleme (Synonym: erektile Dysfunktion, Impotenz) sind ein durchaus häufiges Problem vor und nach einer Nierentransplantation. Einige Patienten klagen bereits vor der Transplantation über Potenzprobleme. Auch nach der Transplantation kann die Problematik fortbestehen oder neu auftreten. Mehr zum Thema
nach dem Tod entnommenes Organ vom Spender= Leichennierenspende
Jeder Patient hat ein individuelles Risiko für einen Posttransplantationsdiabetes. Dieses Risiko wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Anerkannte Risikofaktoren für einen Diabetes nach der Transplantation sind:
Schon lange ist bekannt, dass die notwendigen immunsuppressiven Medikamente einen negativen Einfluss auf den Zuckerstoffwechsel haben. Vor allem die Behandlung mit Cortisonpräparaten (Steroide) und Calcineurininhibitoren (Tacrolimus und Ciclosporin) ist mit dem Auftreten eines Diabetes mellitus nach der Transplantation assoziiert.
Bestandteil der Hülle des Cytomegalievirus (CMV), das bei Erkrankten in den Leukozyten nachgewiesen werden kann.
(=Gestose) Schwangerschaftserkrankung, die mit hohem Blutdruck, verstärkter Eiweißausscheidung und Beinödemen einhergeht. Bei schwerem Verlauf kann die Präeklampsie zu Krampfanfällen bei der Mutter und zur Gefährdung des Ungeborenen durch Minderdurchblutung führen.
Krankheitsprävalenz bezeichnet die Häufigkeit, mit der eine bestimmte Erkrankung in der Bevölkerung aktuell vorliegt, z.B. die Zahl von Patienten mit endgültigem Nierenversagen in Deutschland.
Cortisonpräparat, das zur Behandlung eingesetzt werden kann.
Teilnehmer einer klinischen Studie nach dem Arzneimittelgesetz (AMG).
Vorsteherdrüse beim Mann.
Vergrößerung der Vorsteherdrüse
Vergrößerung der Vorsteherdrüse. Die Prostatahypertrophie ist ein häufiger Befund bei Männern über 50. Da die Prostata die Harnröhre umschließt, kann die Vergrößerung der Prostata zu Harnentleerungsstörungen mit unvollständiger Blasenentleerung führen
Eiweissausscheidung
Eine Protokollbiopsie wird nach einem vorher festgelegten Zeitplan (nach einem Protokoll), unabhängig von der Transplantatfunktion durchgeführt. Sie dient der Entdeckung einer versteckten Abstoßung, die ohne die klinischen Symptome der Abstoßung und ohne ein erhöhtes Kreatinin im Blut in der Niere abläuft.
Ein Prüfplan ist ein Studienprotokoll. Nach einem vorher ausgearbeiteten festen Plan wird eine klinische Studie durchgeführt.
bedeutet Juckreiz. Patienten mit chronischer Nierenerkrankung können an Juckreiz leiden. Nach der Transplantation kann bei guter Transplantatfunktion ein vorbestehender Juckreiz vollständig zurückgehen.
Bestimmung des prostataspezifischen Antigens. Dieses wird ausschließlich in der Prostata produziert. Erhöhte PSA-Werte findet man bei Prostatakrebs aber auch, in geringerem Ausmaß, bei gutartiger Vergrößerung der Prostata.
PTLD ist eine seltene Erkrankung (1-10%) des lymphatischen Gewebes. Sie kann nach einer Organtransplantation auftreten, meist innerhalb des ersten Jahres. Es besteht ein ursächlicher Zusammenhang mit der Eppstein-Barr-Virus Infektion, entweder als Neuinfektion oder als Reaktivierung einer chronisch latenten Infektion. Das Risiko steigt mit der Intensität der Immunsuppression. Junge Menschen sind häufiger betroffen als Ältere.
Die klinische Ausprägung reicht von einer infektiösen Erkrankung bis zu einem bösartigen Lymphom, am häufigsten von den B-Lymphozyten ausgehend. Neben den Lymphknoten können auch weitere Organe befallen werden, darunter besonders häufig der Magen-Darm-Trakt und das zentrale Nervensystem, aber auch alle anderen Organe, das Transplantat eingeschlossen. In seltenen Fällen ist nur das transplantierte Organ betroffen. Die Symptome sind neben Fieber entsprechend der Ausbreitung sehr variabel.
Behandlungstrategien:
Die Therapie beinhaltet neben der Reduktion der Immunsuppression und der antiviralen Therapie bei der rein infektiösen Form die Gabe von B-Zell-Antikörpern (Rituximab) und einer zytotoxischen Chemotherapie bei einem manifesten Lymphom. Auch die Infusion zytotoxischer Lymphozyten ist eine seltenere therapeutische Option. Die Strahlentherapie kommt insbesondere bei einem Befall des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark) zum Einsatz. Ist nur ein Organ (z.B. die Transplantatniere) betroffen, so kann die Entfernung desselben zur Heilung führen. Die Prognose ist abhängig von Art und Ausprägung der Erkrankung. Die ungünstigste Prognose hat das disseminierte Lymphom. (Autorin Dr. B. Rehbinder)
Darstellung des Nierenbeckens und der ableitenden Harnwege durch Röntgenaufnahmen nach der Gabe von Röntgen-Kontrastmittel, das über die Nieren ausgeschieden wird.
Eine häufige bakterielle Entzündung der (Eigen-) Nieren. Eine Pyelonephritis kann jedoch auch in der Transplantatniere nach einer Nierentransplantation auftreten. Sie ist gekennzeichnet durch eine schwere Entzündung in der Niere mit Zerstörung des Nierengewebes.