Wer kann nicht Lebendspender sein?
Welche Risiken trägt ein Lebendspender?
Was bedeutet "enge persönliche Verbundenheit" zwischen Spender und Empfänger?
Was kann ich tun, wenn die Blutgruppe zwischen Spender und Empfänger nicht "passt"?
Wie lange dauert die Operation?
Wann kann man nach einer Lebendspende wieder berufstätig sein?
Wann sollte man mit den Vorbereitungen für eine Lebendspende beginnen?
Wie läuft die Planung und Organisation einer Lebendspende ab?
Grundsätzlich kann jeder Gesunde eine Niere spenden. Ein möglicher Lebendnierenspender muss jedoch einige rechtliche und medizinische Voraussetzungen erfüllen. Wichtig ist, dass der Lebendspender selbst gesund ist und zwei funktionstüchtige Nieren besitzt.
Mehr zum Thema "rechtliche Voraussetzungen"
Mehr zum Thema "medizinische Voraussetzungen"
Der wichtigste Grund für eine Ablehnung sind gesundheitliche Risiken durch die Lebendspende beim Spender selbst. Bestehen so genannte Gegenanzeigen (Kontraindikationen) zu einer Lebendspende, dann sollte eine Lebendnierentransplantation nicht durchgeführt werden. In den Voruntersuchungen des Spenders wird nach diesen möglichen Gründen für eine Gefährdung durch die Operation und ihre Folgen gefahndet.
Ein Lebendspender trägt das Risiko der Operation mit möglichen Komplikationen. Im Langzeitverlauf trägt der Spender das Risiko selbst nierenkrank oder dialysepflichtig zu werden. Zudem können durch die langjährige Einnierigkeit weitere gesundheitliche Probleme entstehen. Daher sollte jeder Lebendspender ausführlich über die Risiken einer Lebendspende aufgeklärt werden.
Eine Organspende ist nach dem deutschen Transplantationsgesetz nur zulässig, wenn Verwandte ersten oder zweiten Grades, Ehegatten, Verlobte oder andere Personen, dem Spender in besonderer persönlicher Verbundenheit offenkundig nahestehen" (§ 8 Absatz 1 Satz 2 TPG). Es gilt das Motiv des bedingungslosen Helfenwollens. Der Gesetzgeber verbietet eine Lebendspende, wenn die Freiwilligkeit und Uneigennützigkeit nicht gegeben sind. Im Gesetz ist die enge persönliche Verbundenheit ausdrücklich gefordert.
Ideale Voraussetzung für eine Lebendnierentransplantation ist eine Verträglichkeit der Blutgruppen zwischen Spender und Empfänger. Jedoch werden auch blutgruppenunverträgliche Transplantationen weltweit in einigen Transplantationszentren erfolgreich durchgeführt. Sie sind aber mit einem deutlich erhöhten Abstossungsrisiko verbunden und erfordern vor und nach der Transplantation eine Reihe von besonderen Schutzmaßnahmen. Eine Alternative kann in seltenen Fällen auch eine so genannte Crossover-Lebendspende sein.
Die Entfernung der Spenderniere (Nephrektomie) dauert etwa 2 Stunden. Verschiedene Operationstechniken werden hierzu eingesetzt.
Dies kann im Einzelfall sehr unterschiedlich sein. Die meisten Lebendspender können jedoch bereits kurze Zeit nach der Entlassung aus dem Krankenhaus wieder arbeiten.
Die Vorbereitungen für eine geplante Lebendspende sollten frühzeitig beginnen. In der Regel dauert die Vorbereitungsphase einige Monate. Aus Sicht des Empfängers ist eine präemptive Lebendspende (d.h. vor Beginn der Dialysepflichtigkeit des Empfängers) am besten.
Am Transplantationszentrum Frankfurt läuft die Planung einer Lebendspende in verschiedenen Schritten ab. Am Anfang steht ein ausführliches und unverbindliches persönliches Informationsgespräch des interessierten Spender und Empfängerpaares und dem Transplantationsarzt. Im weiteren kommt es zu einer ersten Terminvereinbarung für eine Blutentnahme mit Bestimmung der Blutgruppen von Spender und Empfänger. Dann folgen weitere intensive Gespräche, in denen das individuelle Vorgehen und die notwendigen Voruntersuchungen bei Spender und Empfänger geplant werden. Sind alle notwendigen Untersuchungen abgeschlossen, erfolgt die Meldung bei Eurotransplant und die Vereinbarung eines Operationstermins.
Mehr Informationen zu diesem Thema im Kapitel "Voruntersuchungen".