Eine gute Übereinstimmung der HLA-Merkmale ist bei der Lebendspende nicht von entscheidender Bedeutung,
wirkt sich aber positiv auf das Langzeitüberleben des Transplantats aus.
Jeder Patient hat seine eigene, individuell einzigartige Ausstattung von Gewebemerkmalen (sogenannten HLA-Typen auf der Zelloberfläche). Hier sind tausende von Kombinationen möglich, sodass eine vollständige Übereinstimmung der HLA-Typen zwischen Spender und Empfänger zwar ideal ist, aber nur sehr selten vorkommt. Angestrebt wird daher eine möglichst gute Übereinstimmung dieser HLA-Merkmale. Manche Patienten haben eine sehr seltene Kombination von HLA-Merkmalen, sodass es sehr schwierig ist einen passenden Spender zu finden. Eine fehlende HLA-Übereinstimmung zwischen Spender und Empfänger ist bei nicht verwandter Lebendspende häufig bzw. die Regel. Dies ist jedoch kein Grund eine Lebendspende abzulehnen. Jedoch beeinflusst die HLA-Übereinstimmung zwischen Empfänger und Spender das Langzeittransplantatüberleben: Je grösser die Übereinstimmung, desto günstiger ist dies auf lange Sicht für das Transplantat.
Bei Lebendspende ist eine gute HLA-Übereinstimmung (HLA-Matching) zwischen Spender und Empfänger nicht von entscheidender Wichtigkeit (geringe Priorität). Dennoch sollte bei mehreren möglichen Lebendspendern der Spender ausgewählt werden, der die bestmögliche Übereinstimmung in den HLA-Merkmalen zeigt (Empfehlung Grad A: höchste Evidenzstufe).
Priorität für eine Verringerung des HLA-Mismatches hat in der Reihenfolge: der DR-Locus, der B-Locus und dann der A-Locus (Empfehlung Grad B: mittlere Evidenzstufe).