Man unterscheidet zwischen der "offenen" Nierenentfernung (Spendernephrektomie) und der "Schlüsselloch"-Operationstechnik (laparoskopische Spender- nephrektomie), mit ihrer Sonderform, der Hand-assistierten Laparoskopie.
Die Entfernung einer Niere bei einem Lebendspender zum Zweck der Transplantation kann durch zwei verschiedenen Operationstechniken erfolgen: Die "offene" Nierenentfernung beim Spender über einen Längsschnitt im Bereich der Flanke (Spendernephrektomie) und die "Schlüsselloch"-Operationstechnik als laparoskopische Spendernephrektomie.
Die "offene" Nierenentfernung erfolgt in der Regel über einen Flankenschnitt von etwa 10 cm Länge und ist das Standardverfahren in Europa zur Verpflanzung einer Lebendniere.
In den USA wurde im Jahr 1995 erstmals eine laparoskopische Spendernephrektomie durchgeführt [1] . Seitdem haben weltweit viele Transplantationszentren diese Technik eingesetzt und weiterentwickelt. Weltweit sind mehr als 10.000 Lebendspendernieren in laparoskopischer Technik entnommen worden. In den USA setzten etwa 60% der Transplantationszentren verschiedene laparoskopische Techniken ein. Innerhalb dieser laparoskopischen Techniken wird die Hand-assistierte Laparokopie (Engl.: hand-assisted laparoscopic surgery = HALS) von der reinen endoskopischen Zugangsweise (Engl.: "pure endoscopy") unterschieden.
Die Hand-assistierte Laparoskopie gehört heute zu den gängigsten Operationstechniken bei der Spendernierenentfernung.
Diese Technik wurde erstmals im Jahr 1998 näher beschrieben [2] und gehört heute zu den am weitesten verbreiteten laparoskopischen Operationsverfahren. Der Operateur bedient mit der einen Hand die laparoskopischen Instrumente und präpariert die Niere über den "Schlüsselloch-Zugang".

Zusätzlich wird jedoch ein kleiner Schnitt gesetzt, sodass der Operateur mit der anderen Hand die Spenderniere ertasten kann (der Operateur fasst mit der Hand in das Operationsgebiet und kann über den kleinen Schnittzugang mit einem "Handschuh" die Niere anfassen und dadurch Korrekturen vornehmen). Die Vorteile liegen in einer verbesserten Kontrolle der Niere und ihrer großen Gefäße (Arterie und Vene), die über den "Schlüsselloch"-Weg selbst präpariert werden. So wurden mit dieser Technik niedrigere Blutungsraten und kürzere Operationszeiten im Vergleich zur reinen endoskopischen Technik veröffentlicht [3] [4] [5].
[1] Ratner, LE, et al. Transplantation. 1995 Nov 15;60(9):1047-9
[2] Wolf, JS, et al. Urology 1998; 52:885
[3] Ruiz-Deya, et al. J Urol 2001;166:1270
[4] Stoffel F., et al. Urologe 2002;41:258
Weitere Informationen sind in einem Übersichtsartikel (Review) zusammengefasst: [5] Giessing, M. et al. Transplant International 2005;18:1019-1027
Review_zur_laparoskopischen_Donor-Nephrektomie.pdf Der Artikel beschreibt die wichtigsten Formen der laparoskopischen Spendernephrektomie der Lebendspende und analysiert die Vor- und Nachteile der einzelnen Verfahren im Vergleich. | 210 K |