Mit einer aufwendigen Methode ist es seit kurzem möglich, das Problem der Blutgruppenunverträglichkeit zu umgehen, indem man die Antikörper aus dem Blut des Empfängers filtert und deren Neubildung hemmt. Dies bedeutet einen starken Eingriff in das Immunsystem.
Eine Nierentransplantationen kann auch bei Blutgruppenunverträglichkeit zwischen Spender und Empfänger durchgeführt werden. Dies setzt jedoch besondere Behandlungsverfahren voraus.
Es wird vor der geplanten Transplantation eine Immunabsorption durchgeführt, mit dem Ziel, die störenden Blutgruppen-Antikörper zu entfernen. Diese Behandlung wird mehrfach weiderholt. Um eine neue Antikörperbildung zu verhindern erhält der zukünftige Empfänger ein Medikament, dass die B-Lymphozyten zerstört, die diese Antikörper nachbilden.
Das Behandlungsschema wurde von Wissenschaftlern der Universitätsklinik in Stockholm entwickelt und in mehr als 20 Fällen angewendet. Die Ergebnisse der ABO-inkompatiblen Transplantation sind viel versprechend: Über einen Beobachtungszeitraum von etwa 2 Jahren ist das Transplantationsergebnis durchaus vergleichbar mit einer "normalen" Nierentransplantation. Leider gibt es jedoch zu wenig Erfahrungen im Langzeitverlauf. Auch sind mögliche späte gesundheitliche Schäden durch den besonders starken Eingriff in das Immunsystem nicht ausgeschlossen.