Das Bild zeigt eine Transplantatniere kurz vor der Einpflanzung in den Körper. Erkennbar sind die Gefäße (Arterie und Vene) am Nierenstil und der lange Harnleiter, der später in die Blase eingepflanzt wird.
Da die transplantierte Niere ein Einzelorgan ist, fehlt der gegenseitige Ausgleich, der bei zwei gesunden Nieren stattfindet.
Die transplantierte Niere kann alle notwendigen Funktionen erfüllen. Es gibt jedoch einige Besonderheiten. Viele ergeben sich durch die Tatsache, dass die Transplantatniere nur eine einzelne Niere ist:
Bei einem Menschen mit zwei gesunden Nieren führt z.B. eine Einengung (Stenose) der Arterie, welche die Niere versorgt, zur Ausschüttung von Renin und damit zu Bluthochdruck. Da die andere Niere aber noch normal durchblutet ist, funktioniert die Ausscheidung von Salzen und Abfallprodukten normal. Bei einer transplantierten Niere führt jede Verengung der Nierenarterie gleichzeitig zu einer Blutdruckerhöhung und zu einem Anstieg der Abbauprodukte wie Kreatinin und Harnstoff.

Außerdem fehlt der Transplantatniere die normale Nervenversorgung der Nieren. Aus diesem Grund gibt es in transplantierten Nieren keine Nierenkolik, d.h. es treten auch bei einem Urinstau keinerlei Schmerzen auf.
Die Empfindlichkeit dieser Einzelniere gegenüber anderen äußeren Einflüssen wie Veränderungen in der Trinkmenge, Medikamente und Veränderungen des Blutdrucks ist deutlich größer als bei zwei gesunden Nieren.