NierentransplantationThemenErste VorbereitungenCMV-Status
Wichtig!

Um eine Cytomegalie-Infektion nach der Transplantation auszuschließen, werden im Vorfeld Blutuntersuchungen auf CMV-Antikörper sowohl beim Empfänger als auch beim Spender durchgeführt.

CMV-Status

Der CMV(Cytomegalie)-Status beschreibt die Virusdurchseuchung mit Cytomagalie-Viren bei Spender und Empfänger. Grundsätzlich sollte jeder Patient vor einer geplanten Transplantation eine CMV-Antikörperbestimmung durch eine einfache Blutuntersuchung erhalten (Nachweis von so genannten IgG-Antikörpern in ELISA-Technik).

Auf diese Weise lassen sich Patienten vor der Transplantation in Risikogruppen einteilen. Besitzt ein Patient CMV-Antikörper, wird er als CMV-positiv eingestuft (CMV-positiver Empfänger). Dies kann bedeuten, dass er im Laufe seines Lebens bereits Kontakt mit dem Virus hatte (Nachweis von IgG-Antikörpern) oder selten sogar eine frische Infektion vorliegt (Nachweis von IgM-Antikörpern). Liegen noch keine Antikörper gegen das Virus vor (CMV-negativer Empfänger), so ist davon auszugehen, dass der Patient noch nie Kontakt mit dem Virus hatte.

Auch der Spender erhält eine CMV-Blutuntersuchung. Damit wird die Spenderniere als CMV-Antikörper positiv (CMV-positiver Spender) oder negativ (CMV-negativer Spender) eingestuft.

Warum ist die Testung von Spender und Empfänger auf eine CMV-Durchseuchung wichtig?

Erhält ein bislang CMV-negativer Patient ein Organ von einem CMV-positiven Spender, besteht die Gefahr einer akuten CMV-Infektion durch die neue Niere. Ein solcher Patient hat eine sogenannte CMV-Hochrisikokonstellation. In diesem Fall müssen besondere Schutzmaßnahmen (eine CMV-Prophylaxe mit Medikamenten zum Zeitpunkt der Operation) ergriffen werden. Trotz dieses erhöhten Risikos kann die Operation dennoch durchgeführt werden.

Europäische Leitlinie: Infektiöse Komplikationen: CMV-Infektion: (III.8.1)

Jeder Patient sollte vor der Durchführung einer Transplantation auf das Vorhandensein von CMV-Antiköpern getestet werden. Auch eine potentielle Spenderdurchseuchung mit dem CMV-Virus sollte untersucht werden. Der CMV-Status sollte daher systematisch bei Empfänger und Spender mit einem sensitiven ELISA-Bluttest zur Erfassung von IgG-Antikörpern durchgeführt werden, um das Risiko einer CMV-Infektion/Erkrankung abzuschätzen (Empfehlung Grad A: höchste Evidenzstufe).

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