NierentransplantationThemenErste VorbereitungenKontraindikationenEmpfohlene Wartezeiten nach Tumorerkrankungen

Empfohlene Wartezeiten nach Tumorerkrankungen

Wichtig!

Patienten mit einem nicht ausgeheilten Tumorleiden können nicht transplantiert werden. Die anschließende immunsuppressive Therapie würde das Tumorleiden noch verschlechtern. Für Patienten mit ausgeheiltem Tumorleiden wird je nach Art des Tumors die Einhaltung bestimmter Wartezeiten empfohlen.

Wurde bei einem Patienten vor einer geplanten Transplantation eine bösartige Krebserkrankung festgestellt und eine Tumortherapie durchgeführt, so besteht die Gefahr, dass der Tumor nach der Transplantation wiederkehrt. Aus diesem Grund wird bei verschiedenen Tumoren eine Wartezeit empfohlen. Grundsätzlich ausgeschlossen ist eine Nierentransplantation bei einem nicht ausgeheilten Tumorleiden. Hier würden die abwehrschwächenden Medikamente zu einer raschen Verschlechterung führen. Aber auch bei einem "ausgeheilten" Tumorleiden kann es zu einem Rückfall kommen, denn durch die Immunsuppressiva wird die Abwehr gegen versteckte Tumorzellen im Körper geschwächt. Bezüglich Wartezeiten gelten folgende Empfehlungen:

  • Keine Wartezeit besteht bei bestimmten Formen von Hauttumoren. Hierzu zählen: Basaliom, Spinaliom, ein noch auf eine bestimmte Eindringtiefe in die Schleimhaut begrenzter (in situ) Blasentumor (hier jedoch Wartezeit von 1 Jahr)
  • Ein Warteintervall von bis zu 2 Jahren ist empfohlen für: zufällig gefundene (inzidentelle) und vollständig entfernte Nierenkarzinome und andere bösartige Tumoren, die auf eine bestimmte Eindringtiefe in die Schleimhaut begrenzt sind (so genannte in situ-Karzinome). Auch hier sollte Sicherhheit bestehen, dass diese in-situ Karzinome vollständig entfernt werden konnten.
  • Ein Warteintervall von mindestens 2 Jahren besteht für die meisten sonstigen bösartigen Geschwülste (Malignome)
  • Mehr als 2 Jahre sollte unbedingt gewartet werden bei bösartigem Hautkrebs in Form eines Melanoms, bei Brustkrebs (Mamma-Karzinom), bei Dickdarmtumoren (kolorektale Karzinome) und bei Gebärmutter- (Uterus) Krebs.
Wichtig!

Der behandelnde Arzt entscheidet individuell über die Wartezeiten nach einer Tumorerkrankung. Grundsätzlich besteht ein erhöhtes Rückfallrisiko aufgrund der immunsuppressiven Medikamente.

Die hier genannten Angaben sind nur Richtgrößen (nach den europäischen Leitlinien). Die Entscheidung über die Wartezeit nach einer vorbestehenden Tumorerkrankung muss immer individuell für jeden Patienten unter Berücksichtigung aller Befunde vom Arzt im Transplantationszentrum festgelegt werden. 

  • niedrig (0-10 %): Inzidentelles Nierenkarzinom, Lymphome, Hoden-, Zervix- und Schilddrüsenkarzinome
  • mittel (11-25 %): Korpus-, Kolon-, Mamma-, Prostatakarzinom, Wilmstumor
  • hoch (> 25 %): Blasen- und symptomatische Nierenkarzinome, Sarkome, Hautkrebs, Plasmozytom 
Hilfe
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