Patienten mit einem nicht ausgeheilten Tumorleiden können nicht transplantiert werden. Die anschließende immunsuppressive Therapie würde das Tumorleiden noch verschlechtern. Für Patienten mit ausgeheiltem Tumorleiden wird je nach Art des Tumors die Einhaltung bestimmter Wartezeiten empfohlen.
Wurde bei einem Patienten vor einer geplanten Transplantation eine bösartige Krebserkrankung festgestellt und eine Tumortherapie durchgeführt, so besteht die Gefahr, dass der Tumor nach der Transplantation wiederkehrt. Aus diesem Grund wird bei verschiedenen Tumoren eine Wartezeit empfohlen. Grundsätzlich ausgeschlossen ist eine Nierentransplantation bei einem nicht ausgeheilten Tumorleiden. Hier würden die abwehrschwächenden Medikamente zu einer raschen Verschlechterung führen. Aber auch bei einem "ausgeheilten" Tumorleiden kann es zu einem Rückfall kommen, denn durch die Immunsuppressiva wird die Abwehr gegen versteckte Tumorzellen im Körper geschwächt. Bezüglich Wartezeiten gelten folgende Empfehlungen:
Der behandelnde Arzt entscheidet individuell über die Wartezeiten nach einer Tumorerkrankung. Grundsätzlich besteht ein erhöhtes Rückfallrisiko aufgrund der immunsuppressiven Medikamente.
Die hier genannten Angaben sind nur Richtgrößen (nach den europäischen Leitlinien). Die Entscheidung über die Wartezeit nach einer vorbestehenden Tumorerkrankung muss immer individuell für jeden Patienten unter Berücksichtigung aller Befunde vom Arzt im Transplantationszentrum festgelegt werden.