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Retransplantation

Wichtig!

Nach einem raschen Verlust des ersten Transplantats durch eine akute Abstoßung kann erneut transplantiert werden, wobei das Risiko einer weiteren Abstoßung erhöht ist.

Wenn ein Patient sein erstes Nierentransplantat verliert und in der Folge erneut transplantiert wird, spricht man von einer Retransplantation (wiederholte Mehrfachtransplantation).  Viele Patienten wollen nach dem Verlust ihrer Niere wissen, ob eine erneute Transplantation möglich ist, und wie hoch in diesem Fall das Risiko eines weiteren Verlusts wäre.

Grundsätzlich sind Mehrfachtransplantationen möglich. Es gibt Patienten, die im Laufe ihres Lebens bis zu viermal transplantiert wurden. Allerdings ist das Transplantatüberleben der zweiten oder dritten Niere statistisch messbar schlechter. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Im Einzelfall kann keine Vorhersage getroffen werden.

Europäische Leitlinie: Retransplantationen (I.10)

Verliert ein Patient seine erste Transplantatniere nur kurze Zeit nach der Transplantation (ein rascher Transplantatverlust aufgrund einer akuten Abstoßung), so ist das Risiko eines erneuten Verlusts erhöht. In diesem Fall ist bei dem Patienten eine intensive abwehrschwächende Behandlung (Immunsuppression) notwendig und eine gute Übereinstimmung der Gewebemerkmale (HLA-Übereinstimmung von Spenderniere und Empfänger) ist anzustreben (Empfehlung Grad B: mittlere Evidenzstufe).

Wichtig!

Nach einem späten Transplantatverlust oder bei Verlust aufgrund technischer Probleme besteht kein erhöhtes Risiko einer erneuten Abstoßung.

Das Risiko eines wiederholten Transplantatverlusts ist nicht erhöht, wenn andere Gründe zu dem raschen Transplantatversagen geführt haben, wie z.B.:

  • technische Gründe (Empfehlung Grad B: mittlere Evidenzstufe)
  • ein zeitlich später Verlust eines Nierentransplantats, der ebenfalls keinen ungünstigen Einfluss auf eine wiederholte Transplantation hat (Empfehlung Grad B: mittlere Evidenzstufe)

Eine Entfernung des nicht mehr funktionstüchtigen früheren Nierentransplantats (Transplantatnephrektomie) ist bei Beschwerdefeiheit des Patienten vor einer erneuten Transplantation nicht erforderlich (Empfehlung Grad C: Expertenevidenz).

Europäische Leitlinie: HLA-Matching: (III.1.2)

Bei Retransplantation mit frühem (< 1 Jahr) immunologischem Transplantatverlust sollte eine genaue Untersuchung der HLA-Merkmale (HLA-Spezifitäten) erfolgen. Es sollte untersucht werden, gegen welche Merkmale der Empfänger Antikörper entwickelt hat. Vor allem im Bereich der DR-Merkmale sollte bei diesen Patienten eine gute Übereinstimmung eingehalten werden (Empfehlung Grad C: Expertenevidenz).

 

 

Hilfe
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