Die Verteilung der Nieren erfolgt über die Organisation Eurotransplant (ET). Das Verfahren berücksichtigt verschiedene allgemeine Ziele:
Sobald ein Organ zur Vermittlung vorliegt, wird bei ET eine Rangliste mit Hilfe eines Computerprogramms nach einem Verteilungsalgorhythmus erstellt. Die Klinik, die die Organentnahme beim Verstorbenen vornimmt hat keinen Einfluss auf die Verteilung. Das Zentrum des Patienten, der an der höchsten Position in der Rangliste steht, wird sofort über das Organangebot informiert. Gleichzeitig werden auch die entsprechenden Zentren der nachfolgenden Positionen potentieller Empfänger über ein vorläufiges Organangebot informiert. Das Transplantationszentrum muss innerhalb einer Stunde einscheiden, ob es das Organangebot annimmt.
Sofort nach Meldung einer Spenderniere bei Eurotransplant errechnet der Computer eine Verteilungs-Rangliste nach einem Punkts-Score-System.
Die Verteilung von Spenderorganen, die jünger als 65 Jahre sind erfolgt:
6 Faktoren bestimmen im wesentlichen den Punkte Score:
Ein besonderes Verteilungsprogramm gibt es für "hoch immunisierte" Patienten (anamnestische oder aktuelle "Alloreaktivität" >85%). Diese Patienten besitzen Anti-HLA-Antikörper im Blut z.B. nach vorangegangenen Transplantationen. Für diese Gruppe von Patienten ist es besonders schwer ein passendes Organ zu finden. Daher werden diese Patienten im "Acceptable Mismatch Programm" nach strengen Aufnahmekriterien und einer besonderen Untersuchung des Patientenblutes im ET-Referenzlabor bevorzugt berücksichtigt.
Für kombinierte Pankreas/ Nierentransplantationen gelten eigene Regelbesonderheiten und Anmeldevoraussetzungen.