NierentransplantationThemenErste VorbereitungenVoruntersuchungen

Voruntersuchungen helfen das Risiko für Patienten einzuschätzen

Wichtig!

Vor der Aufnahme auf die Warteliste zur Transplantation müssen verschiedene Voruntersuchungen durchgeführt werden. Ziel ist es besondere Risiken für den Patienten im Vorfeld zu erkennen

Für einzelne Patienten ist das Risiko einer Operation oder der immunsuppressiven Therapie unverhältnismäßig hoch; sie würden von einer Transplantation nicht profitieren. Die Voruntersuchungen helfen dem Arzt und dem Patienten, dies einzuschätzen und abzuwägen. Am Ende einer solchen Risiko-Nutzen-Abwägung steht die gemeinsame Entscheidung von Patient, Dialysezentrum und Transplantationszentrum über eine endgültige Aufnahme in die Warteliste.

Untersuchungen vor einer geplanten Operation

Vor einer Aufnahme in die Warteliste zur Transplantation sollten verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden. In der Regel wird eine sogenannte "Checkliste zur Evaluation vor Transplantation" ausgefüllt. Eine Anmeldung im Transplantationszentrum setzt i.d.R. die Vollständigkeit aller Untersuchungen voraus. Nachfolgend sind verschiedene Untersuchungen aufgeführt.

  • Körperliche Untersuchung im Transplantationszentrum
  • Auswahl von verschiedenen Laborwerten (BB, Gerinnung, Laborchemie, Serologische und virologische Untersuchungen)
  • Urinuntersuchungen
  • EKG und Belastungs-EKG, Echokardiogramm (in besonderen Risikofällen wird eine Pharmakologisches Stressechokardiogramm oder eine Herzkatheteruntersuchung empfohlen)
  • Dopplersonographie der extrakraniellen Hirnarterien und der Bein- und Beckenarterien
  • Röntgenübersichtsaufnahme der Lunge
  • Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane und des Herzens
  • Darmspiegelung (bei Patienten über 50 Jahre)
  • Urologische Untersuchung von Harnblase und Harnwegen
  • Mammographie (bei Frauen über 50 Jahre)
  • Prostatauntersuchung beim Mann mit PSA-Bestimmung (bei älteren Patienten wird ein Ultraschall der Prostata empfohlen)
  • Lungenfunktionstest (ab 50 Lj.)
  • verschiedene Facharztuntersuchungen (Zahnarzt, Hals-Nasen-Ohrenarzt, Augen- und Hautarzt)
  • Bei Frauen: Gynäkologische Untersuchungen

Im Einzelfall werden vom Arzt weitere zusätzliche Untersuchungen vorgeschlagen.

Kardiale Risikoeinschätzung

Je nach Alter des Patienten, seinen Begleiterkrankungen und einer Vielzahl von anderen Faktoren bestimmt sich das kardiovaskuläre Risiko. Vor allem versteckte Herzerkankungen sollten vor einer Transplantation erkannt werden. So kann man verschiedene Patientengruppen in Risikogruppen einteilen. Eine Gruppe mit deutlich erhöhtem Risiko sind folgende Patienten:

  • Alter >60
  • Diabetiker
  • Bekannte Koronare Herzerkrankung (KHK)
  • Patienten mit einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK Stadium >= IIb)
  • Patienten mit Operationen an der Halsschlagader (z.B. Carotis-TEA)
  • Patienten mit Wandbewegungsstörungen im Herzultraschall

 

In diesen Fällen sollte nach individueller Prüfung durch den Kardiologen eine Herzkatheteruntersuchung in der Vorbereitungsphase zur Transplantation durchgeführt werden.

Hilfe
Die richtige Wahl: Dialyse oder Transplantation

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