Nach einer in der Regel kurzen Zeit im so genannten Aufwachraum in der Obhut des Narkosearztes kommt der Patient auf die Transplantationsstation zurück. Nur selten ist eine intensivmedizinische Überwachung des Patienten (auf einer Intensivstation) notwendig. Durch die Narkosemittel ist der Patient häufig noch sehr schläfrig. In dieser Phase erhält er vorbeugende Schmerzmittel gegen Wundschmerzen oder mögliche Harnblasenkrämpfe.
12 bis 24 Stunden nach der Transplantation darf der Patient mit Hilfe an der Bettkante sitzen oder, wenn möglich, schon aufstehen. Diese frühzeitige Mobilisation ist wichtig und wird von erfahrenen Pflegekräften begleitet. Die Frühmobilisation sollte unbedingt angestrebt werden, um dem Risiko einer Thrombose oder einer Lungenentzündung vorzubeugen.
Schon in dieser Phase beginnt ein individuell angepasster, schrittweiser Kostaufbau: Der Patient darf zunächst etwas trinken. Bei guter Verträglichkeit und einer beginnenden Darmtätigkeit wird am Folgetag der Kostaufbau langsam weiter fortgeführt. Nicht selten kommt es jedoch zu einer Darmträgheit nach der Operation. Symptome können Übelkeit und Erbrechen sein. In diesem Fall kann es notwendig sein, die Darmtätigkeit mit Medikamenten (Abführmitteln) zu fördern und erst dann mit dem Kostaufbau fortzufahren.
In diesen ersten Stunden nach der Operation wird die Funktion der neuen Niere stündlich an der Urinausscheidung gemessen. Der Kreislauf des Patienten wird durch engmaschige Blutdruck- und Pulsmessungen überwacht. Die individuell angepasste Flüssigkeitszufuhr durch Infusionen ist besonders wichtig. Nur wenn die neue Niere ausreichend mit Flüssigkeit versorgt ist, kann sie die Funktion aufnehmen. Auch die Blutsalze (Natrium und Kalium) werden in dieser Phase überwacht.
Bei vielen Patienten ist durch die fehlende Urinausscheidung an der Dialyse die Harnblase im Laufe der Jahre sehr klein geworden. Wie ein trainierter Muskel dehnt sie sich nach der Transplantation aber zunehmend aus und stellt sich auf die neue Urinmenge ein. In den ersten Tagen nach der Transplantation ist in der Regel jedoch ein Blasenkatheter notwendig. Um die Gefahr von Blasenentzündungen zu mindern, sollte er nach der Operation so früh wie möglich wieder entfernt werden.