NierentransplantationThemenIn der KlinikDie Operation

Die Operation

Sind die Voruntersuchungen des Patienten abgeschlossen und alle Fragen im Aufklärungsgespräch zur Transplantation durch den Arzt beantwortet, so kann - die schriftliche Einwilligung des Patienten vorausgesetzt - mit der Operation begonnen werden.

Die Nierentransplantation dauert etwa 3-4 Stunden vom Beginn der Einschleusung in den Operationsaal bis hin zum Zeitpunkt nach Beendigung der Transplantation in der Aufwachphase. Dabei ist die eigentliche Operationszeit deutlich kürzer.

Einleitung der Narkose

Die Narkose wird durch den Anästhesiearzt im Operationssaal eingeleitet. Der Eingriff selbst erfolgt in einer Intubationsnarkose, bei der der Patient zu keinem Zeitpunkt bei Bewusstsein ist und durch die Narkosemedikamente auch kein Schmerzempfinden hat. Der Narkosearzt legt dem Patienten einen zentralvenösen Zugang in die große Halsvene. Dies ist notwendig, um während der Operation Medikamente und Flüssigkeit problemlos zuführen zu können.

Vorbereitung der Transplantatniere

Vor Beginn der Operation inspiziert der Operateur die Transplantatniere und prüft das Aussehen, die Anzahl der Gefäße sowie andere Besonderheiten. Die Transplantatniere wird vom operierenden Arzt eigenhändig präpariert und für die Einpflanzung vorbereitet.

 

 

Beginn der Operation

Nach Einleitung der Narkose kann mit der Operation begonnen werden. Zunächst wird ein schräg verlaufender Bauchschnitt im rechten (oder linken) Unterbauch durchgeführt. In der Tiefe werden die Muskeln bis zum Bauchfell durchtrennt. Um die Transplantatniere einzupflanzen, muss der Weg zu den großen Gefäßen (Vene und Arterie) der Beckenregion freigelegt werden. Erst wenn der Zugangsweg vom operierenden Arzt freipräpariert ist, können die Nierengefäße an die Beckengefäße angenäht werden (Anastomose). Hat die neue Niere zwei Arterien (z.B. eine kleine Arterie, die einen eigenständigen Bereich der Niere versorgt), so wird dieses Gefäß wenn möglich zusätzlich angenäht. Öffnet der Operateur die Blutzufuhr nach dem Anschluss der Gefäße, ändert das neue Organ seine Farbe: Es wird rosig! Durch das einschießende sauerstoffreiche Blut des Patienten wird die Niere kräftig durchblutet. Dies ist ein entscheidender Moment während der Operation.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist das Annähen des Harnleiters an die Blase (Implantation des Ureters). Über den Harnleiter soll der Urin der neuen Niere in die Blase abfließen. Zu diesem Zweck wird ein kleines Loch in die Blase geschlitzt, um den dünnwandigen Harnleiter dort einzunähen. Häufig wird über die Nahtstelle zwischen Blase und Harnleiter eine kleine Plastikschiene verlegt (die so genannte Ureterschiene). Sie erleichtert den Abfluss des Urins über die frische Nahtstelle. Diese Schiene wird für einige Tage bis Wochen nach der Transplantation belassen.

Einlage einer Drainage

Am Ende der Operation wird kurz vor dem Verschluss der Bauchdecke noch ein Schlauch (Drainage) in dem Wundgebiet belassen. Dies geschieht, um Flüssigkeit aus dem Wundgebiet in den ersten Tagen nach der Operation abzuleiten. In dieser Zeit kann es zu einer vermehrten Flüssigkeitsansammlung aus den Lymphgefäßen der Transplantatniere (auch Lymphozele genannt) kommen. Erst wenn die Flüssigkeitmenge in der Drainage zurückgeht, kann der Schlauch entfernt werden.

Dauer der Operation

Die eigentliche Operation dauert etwa 2-3 Stunden. Dennoch ist der Patient in der Regel erst nach mehreren Stunden wieder auf der Normalstation. Das Ein- und Ausschleusen des Patienten, die Vorbereitungen zur Narkose und die Zeit nach der Operation im Aufwachraum verlängern die "Zeit im Operationssaal". Angehörige des Patienten müssen während dieser Zeit warten und dürfen leider nicht in den Operationsbereich oder in den Aufwachraum.

Notwendigkeit der Gabe von Blutkonserven

Bei der Transplantation kann es notwendig sein, Blutkonserven zu geben. Dies ist dann der Fall, wenn es während oder nach der Operation zu einem Blutverlust kommt. Bei der Gabe von Blutkonserven besteht das Risiko einer Infektion mit Hepatitis oder HIV trotz moderner Testverfahren leider auch heute noch. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung sehr gering. Eine Eigenblutspende ist in der Regel nicht möglich, da eine postmortale Transplantation im Gegensatz zur Lebendspende nicht geplant werden kann.

Hilfe
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