Typischerweise spricht man von einer Erhaltungsphase vom 3. bis zum 6. Monat nach der Transplantation. In dieser Phase sinkt in der Regel das Risiko für eine Abstoßung und andere Probleme können in den Vordergrund treten. Häufig beginnt der Arzt in dieser Zeit die Intensität der immunsuppressiven Therapie etwas zu reduzieren. In keinem Fall sollte der Patient eigenmächtig seine Medikamente verändern, da sonst das Risiko einer Abstoßung ansteigt.
In den verschiedenen europäischen Ländern und in den USA werden unterschiedliche Kombinationstherapien der beschriebenen Immunsuppressiva eingesetzt. In England gibt es nationale Leitlinien, die den rationalen Einsatz der Medikamente beschreiben.
In den USA werden die einzelnen Immunsuppressiva in der Erhaltungstherapie mit unterschiedlicher Häufigkeit eingesetzt. Das am häufigsten eingesetzte Medikament ist Tacrolimus (Prograf®). Etwa zwei Drittel (ca. 66%) der Patienten haben im Jahr 2003 eine Therapie mit Prograf erhalten. Ciclosporin wird bei etwa 25% der Patienten eingesetzt. Darüber hinaus zählt MMF (Mycophenolat mofetil = Cellcept®) zu den am häufigsten eingesetzten Immunsuppressiva (ca. 80%). In Deutschland liegen keine systematisch erhobenen Daten zur Häufigkeit der einzelnen Immunsuppressiva vor.
Eine abwehrschwächende Therapie (mit Immunsuppressiva) ist lebenslang erforderlich, um eine Abstoßung der neuen Niere zu vermeiden und ein optimales Überleben im Langzeitverlauf zu sichern (Empfehlung Grad A: höchste Evidenzstufe).
Bei jedem Patienten sollte anhand seiner individuellen Besonderheiten eine einzelfallbezogene Anpassung der immunsuppressiven Therapie erfolgen (balancierte Immunsuppression nach den Empfängercharakteristika, z.B. immunisiert vs. nicht immunisiert), um das Risiko einer Überimmunsuppression zu vermeiden (Empfehlung Grad B: mittlere Evidenzstufe).
Zu den am häufigsten eingesetzten Kombinationsbehandlungen mit guten Langzeitergebnissen zählt die Therapie mit:
Durch eine Therapie mit Tacrolimus (Prograf®) und Mycophenolatmofetil (Cellcept®) konnte eine Erniedrigung der akuten Abstoßungsraten erreicht werden (Empfehlung Grad A: höchste Evidenzstufe). Langzeitergebnisse im Transplantat- und Patientenüberleben unter dieser Therapie sind noch nicht in ausreichender Menge vorhanden.