Das Einhalten oder Befolgen von ärztlichen Ratschlägen zur Medikamenteneinnahme durch den Patienten wird auch "Compliance" genannt. Heute ist auch der Begriff "Adhärenz" üblich, der besonders auf ein partnerschaftliches Verhältnis zwischen Arzt und Patient in der Umsetzung des ärztlichen Rates abhebt.
Die unregelmäßige Einnahme oder das eigenmächtige Absetzen der abwehrschwächenden Medikamente führt im Langzeitverlauf zu einem unaufhaltsamen Verlust der Transplantatniere.
Non-Compliance (= Nichtbeachtung der ärztlich verordneten Maßnahmen) z.B. in Form einer falschen oder unregelmäßigen Einnahme der immunsuppressiven Medikamente wird als Ursache für den späten Verlust eines Organs unterschätzt: So ist nach Schätzungen die Non-Compliance eine der Hauptursachen für einen späten Transplantatverlust (und betrifft bis zu 25 % der Nierentransplantat-Empfänger!) (Grad B: mittlere Evidenzstufe).
Dies unterstreicht die Wichtigkeit der regelmäßigen Schulung von Patienten und erklärt, weshalb eine psychologische Untersuchung auf die Fähigkeit zur Beachtung der ärztlich empfohlenen Maßnahmen (Testung auf "Compliance") vor einer Transplantation empfohlen wird.