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Azathioprin

Azathioprin wird im Bereich der Organtransplantation zur immunsuppressiven Therapie eingesetzt und gehört als Wirkstoff zur Gruppe der so genannten Zellteilungshemmer (Proliferationshemmer = Antimetabolite).

Indikation (Einsatzgebiet)

Azathioprin wird zur Vermeidung einer Transplantatabstoßung als immunsuppressive Therapie bei Herz-, Nieren-, Lungen-, Leber- und Pankreastransplantation (nur in Kombination mit anderen immunsuppressiven Medikamenten) eingesetzt.

Andere Erkrankungen, bei der das Medikament angewendet wird, sind: Autoimmunhepatitis sowie bestimmte Autoimmunerkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis) und chronisch entzündliche Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa und Morbus Crohn).

Wirkmechanismus

Um im Körper neue Abwehrzellen zu bilden, wird die Erbsubstanz (DNA) als Abschreibvorlage oder Bauplan zur Herstellung eines Eiweißes (Protein) benutzt. Die Erbsubstanz DNA besteht aus verschiedenen Bausteinen. Azathioprin ähnelt diesen Bausteinen und wird anstelle der echten Bausteine in den Strang der Erbsubstanz von Abwehrzellen eingebaut. Dies führt zu einem Abbruch der korrekten Erstellung des DNA-Strangs; in der Folge können keine neuen "korrekten" Abwehrzellen durch Zellteilung entstehen. B- und T-Lymphozyten können sich nicht teilen und damit nicht vermehrt gebildet werden. Das Immunsystem wird wirksam geschwächt. In der Organtransplantation kann durch dieses Medikament eine Abstoßung verhindert werden.

Wie wird Azathioprin am besten eingenommen?

Das Medikament kann vor oder nach dem Essen eingenommen werden. Bei Magenproblemen sollte es nach dem Essen eingenommen werden. 

Falls eine Tagesdosis des Medikaments vergessen wurde, sollte die Tablette so bald wie möglich danach eingenommen werden. Falls die nächste Dosis bereits ansteht, sollte die Tablette ausgelassen werden. Die Dosis des Medikaments sollte nie eigenmächtig ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erhöht oder geändert werden. Auch bei gleichzeitiger Einnahme von neuen Medikamenten (z.B. Schmerzmitteln) oder Vitaminpräparaten (Ginkgo, Ginseng, Vitamin E) sollte immer der behandelnde Arzt vorher die Verträglichkeit mit Azathioprin prüfen.

Die Tabletten sollten bei Raumtemperatur gelagert werden. Feuchtigkeit und Lichtexposition sollten vermieden werden. Die flüssige Zubereitungsform von Azathioprin sollte im Kühlschrank aufbewahrt werden.

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Was ist bei der Einnahme zu beachten? (Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen)

Azathioprin kann in der Langzeitanwendung das Risiko des Patienten erhöhen, an einem bösartigen Tumor zu erkranken. Aufgrund der möglichen schweren Nebenwirkungen sollte das Medikament nur von Fachärzten mit Erfahrung in der Transplantationsmedizin eingesetzt werden.

Schwangerschaft und Stillzeit
Es besteht die Möglichkeit einer Schädigung des Kindes in der Schwangerschaft. Aus diesem Grund sollten Frauen und Männer während der Einnahme von Azathioprin für eine wirksame Empfängnisverhütung sorgen. In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte das Medikament nicht angewendet werden.

Durch Sonnenbestrahlung oder die Anwendung von Solarien können unerwünschte Hautreaktionen auftreten. Unter der Behandlung müssen regelmäßige Blutbildkontrollen durchgeführt werden. Während der Einnahme von Azathioprin ist das Risiko der Entwicklung bösartiger Tumore erhöht.

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Wann sollte das Medikament nicht angewendet werden (Kontraindikationen)?

Azathioprin sollte nicht eingesetzt werden bei bekannter Allergie gegen Azathioprin oder andere Bestandteile des Medikaments. Auch bei schweren Leber- und Nierenfunktionsstörungen sowie bestehenden Infektionen (nach ärztlicher Anordnung) und einer Schädigung des Knochenmarks mit Beeinträchtigung der Blutbildung sollte das Medikament nicht angewendet werden.

Welche Wechselwirkungen bestehen mit anderen Medikamenten?

Die Liste der möglichen Wechselwirkungen kann hier nicht umfassend dargestellt werden. Wichtige ausgewählte Wechselwirkungen (Interaktionen) sind:

  • Allopurinol: gleichzeitige Anwendung vermeiden: nur bei deutlicher Reduktion der Azathioprin-Dosis und engmaschiger Kontrolle der Laborwerte möglich.
  • ACE-Hemmer, Cotrimoxazol, Zytostatika
  • Mesalazin, Olsalazin, Sulfsalazin: Gefahr einer Knochenmarksschädigung
  • Antikoagulation mit Warfarin (Blutgerinnungshemmung): verminderte Wirksamkeit

Es empfiehlt sich keine gleichzeitige Anwendung von Lebendimpfstoffen. Die Wirkung von Totimpfstoffen kann unter einer Therapie mit Azathioprin an Wirksamkeit verlieren.

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Welche bekannten Nebenwirkungen können auftreten?

Die Liste der möglichen Nebenwirkungen kann hier nicht umfassend dargestellt werden. Zu den wichtigen Nebenwirkungen zählen:

  • allergische Unverträglichkeit
  • Infektneigung durch Bakterien, Pilze oder Viren
  • Übelkeit, Appetitlosigkeit
  • Verminderung der weißen und roten Blutzellen (Leukopenie und Anämie) und Erniedrigung der Blutplättchen (Thrombopenie)
  • Gallenwegsstauung durch Abflussbehinderung der abführenden Gallenwege oder durch eine Stoffwechselstörung in der Leber (Cholestase)
  • Haarausfall

Sehr selten können schwerwiegende Leberschädigungen, interstitielle Lungengerüsterkrankungen und bösartige Erkrankungen der Blutbildung auftreten.

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ACHTUNG: Die Beschreibung dieses Medikaments erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit: Bitte lesen Sie die Benutzerhinweise und Hinweise zu Medikamenten

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