NierentransplantationThemenMedikamenteImmunsuppressivaCellcept®

Cellcept®

Cellcept® enthält den Wirkstoff Mycophenolatmofetil (MMF). Das Medikament gehört zur Gruppe der Immunsuppressiva und wird nach Organtransplantation zur Abstoßungsprophylaxe eingesetzt.

Indikation (Einsatzgebiet)

Cellcept® wird zur Vermeidung einer Transplantatabstoßung in Kombination mit Ciclosporin und Corticosteroiden bei Patienten mit Nieren-, Herz- oder Lebertransplantation eingesetzt.

Wirkmechanismus

Mycophenolatmofetil (MMF), der Wirkstoff von Cellcept®,  gehört zur Gruppe der Antimetaboliten und wirkt als Zellteilungshemmer (Proliferationshemmer). Dabei hemmt MMF die Synthese bestimmter DNA-Bausteine, die zur Neubildung von DNA für die Produktion von Abwehrzellen benötigt werden. Wird die Herstellung von DNA durch das Medikament verhindert, können keine Abwehrzellen (T- und B-Lymphozyten) produziert werden. Das Immunsystem wird wirksam geschwächt. In der Organtransplantation kann dadurch eine Abstoßung verhindert werden.

Einnahme- und Dosierungsanleitung

Die Dosierung wird individuell für jeden Patienten festgelegt. Die allgemeine Richtlinie für die Dosierung bei Erwachsenen liegt bei 1 Gramm zweimal täglich. Es ist wichtig, daß Sie das Medikament genau nach Vorschrift des Arztes einnehmen. Blutspiegelmessungen können in der Anfangsphase und bei klinischem Verdacht auf eine Überdosierung sinnvoll sein.

Was ist bei der Einnahme zu beachten? (Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen)

Cellcept® kann in der Langzeitanwendung das Risiko des Patienten erhöhen, an einem bösartigen Tumor zu erkranken. Aufgrund der möglichen schweren Nebenwirkungen sollte das Medikament nur von Fachärzten mit Erfahrung in der Transplantationsmedizin eingesetzt werden.

Schwangerschaft und Stillzeit
Es besteht die Möglichkeit einer Schädigung des Kindes in der Schwangerschaft. Daher sollte das Medikament während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden. Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Einnahme eine wirksame Empfängnisverhütung anwenden.

Patienten sollten Sonnenbestrahlung, Solarien und Phototherapien meiden. Unter der Behandlung müssen regelmäßige Blutbildkontrollen durchgeführt werden.

Wann sollte Cellcept® nicht angewendet werden? (Kontraindikationen)

Wenn Sie an einer der folgenden Krankheiten leiden, sollten Sie vor Einnahme von Cellcept® ihren Arzt informieren:

  • Stoffwechselkrankheiten (Phenylketonurie, Lesch-Nyhan-Syndrom oder Kelly-Seegmiller-Syndrom)
  • Magengeschwür oder Magen-Darm-Probleme

Welche bekannten Nebenwirkungen können auftreten?

Als Immunsuppressivum schwächt Cellcept® die körpereigene Abwehr. Daher kann der Körper Infektionen nicht so gut abwehren. Zu den wichtigsten Nebenwirkungen zählen:

  • Infektionen durch Bakterien, Pilze oder Viren
  • Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Magenschmerzen, Völlegefühl, Blähungen, Verstopfung, Durchfall
  • Infektionen der Atemwege
  • Husten
  • Verminderung der weißen und roten Blutzellen (Leukopenie und Anämie) und Erniedrigung der Blutplättchen (Thrombopenie)
  • Schlafstörungen
  • Angst, Unruhe, Verwirrtheit, Schwindel
  • Herzrhythmusstörungen

 
Selten bis gelegentlich treten auf:

  • Gutartige und bösartige Tumoren (insbesondere der Haut)
  • Haarausfall
  • Grippeähnliche Symptome
  • Zittern

Nach oben

ACHTUNG: Die Beschreibung dieses Medikaments erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit: Bitte lesen Sie die Benutzerhinweise und Hinweise zu Medikamenten

Hilfe
Medikamente vergessen! Was tun?

Die Situationen sollte jeder Patient kennen und unbedingt vermeiden: >>Mehr

Wichtige Informationen für den Umgang mit dem Nierenratgeber www.nierenratgeber.de ist ein Patienteninformationssystem. Es dient reinen Informationszwecken und ersetzt nicht die individuelle ärztliche Beratung und Betreuung des Patienten.
Vor der weiteren Benutzung des Patienteninformationssystems lesen Sie bitte unbedingt die nachfolgenden Anleitungen: Wichtige allgemeine Hinweise Hinweise zum Umgang mit Medikamenten