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Tacrolimus (Prograf®/Advagraf®)

Der Wirkstoff Tacrolimus (FK 506)1 gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die Immunsuppressiva genannt werden. Nach erfolgter Organtransplantation versucht das Immunsystem des Transplantatempfängers das neue Organ abzustoßen. Prograf®/Advagraf® soll das Immunsystem unter Kontrolle halten, um die Annahme des transplantierten Organs zu ermöglichen. Oft werden mehrere Medikamente zur Prophylaxe der Transplantatabstoßung kombiniert.

Indikation (Einsatzgebiete)

Prograf®:
Prophylaxe der Transplantatabstoßung bei Nieren-, Leber- und Herztransplantatempfängern. Außerdem kann Prograf zur Behandlung der Transplantatabstoßung, die sich gegenüber anderen Immunsuppressiva als therapieresistent erweist, eingesetzt werden.

Advagraf®2:
Prophylaxe der Transplantatabstoßung bei erwachsenen Nieren- und Lebertransplantatempfängern. Außerdem  besteht eine Zulassung zur Behandlung der Transplantatabstoßung, die sich gegenüber anderen Immunsuppressiva als therapieresistent erweist, bei erwachsenen Patienten.

Wirkmechanismus

Tacrolimus verhindert, dass bestimmte Immunzellen des Empfängers (T-Lymphozyten) aktiviert werden. Dies geschieht durch Bindung an Calcineurin in der Zelle, wodurch die Transkription und Synthese bestimmter Zytokine (z.B. IL-2), auch Botenstoffe genannt, verhindert wird. Somit wird die Reaktion des Immunsystems auf das transplantierte Organ unterbunden. Der Wirkstoff Tacrolimus wurde wie auch Ciclosporin auf Grund seiner Wirkungsweise in die Gruppe der Calcineurininhibitoren eingeteilt.

Einnahme- und Dosierungsanleitung

Wie wird Prograf® am besten eingenommen?
Das Medikament wird nüchtern oder 1 Stunde vor bzw. 2 Stunden nach dem Essen eingenommen. Die Einnahme erfolgt morgens und abends. Die Uhrzeiten der Einnahme sollten genau in einem 12-Stunden-Intervall festgelegt sein (z.B. morgens um 8 Uhr und abends um 20 Uhr oder morgens um 9 Uhr und abends um 21 Uhr).
Falls die Morgen- oder Abenddosis des Medikaments vergessen wurde, sollte die folgende Einnahme zum nächsten Zeitpunkt des normalen Dosierungsrhythmus erfolgen.
Die Dosis des Medikaments sollte nie eigenmächtig ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt geändert werden. Auch bei gleichzeitiger Einnahme von neuen Medikamenten (z.B. Schmerzmitteln) oder pflanzlichen Präparaten (Johanniskraut) sollte der behandelnde Arzt vorher immer die Verträglichkeit mit Prograf® überprüfen.
Die Kapseln sollten bei Raumtemperatur im Dunkeln gelagert werden und Feuchtigkeit sollte vermieden werden.

Wie wird Advagraf® am besten eingenommen?
Das Medikament soll nüchtern oder 1 Stunde vor bzw.  2 Stunden nach dem Essen eingenommen werden. Die Einnahme erfolgt nur morgens zu einer festen Uhrzeit (z.B. gleich nach dem Aufstehen, vor dem Zähneputzen, 1 Stunde vor dem Frühstück).
Wenn Sie vergessen haben die Advagraf®-Kapsel einzunehmen, holen Sie dies bitte am gleichen Tag zum frühestmöglichen Zeitpunkt nach. Nehmen Sie am nächsten Morgen nicht die doppelte Menge ein.
Auch für Advagraf® gilt: Die Dosis des Medikaments sollte nie eigenmächtig ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt  geändert werden.
Da die beiden Präparate den gleichen Wirkstoff enthalten, treten unter Advagraf auch die gleichen Neben- und Wechselwirkungen auf und gleiches sollte bei der Lagerung beachtet werden.

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Was ist bei der Einnahme zu beachten? (Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen)

Um die Dosis optimal einzustellen, müssen regelmäßige Blutspiegelmessungen von Tacrolimus durchgeführt werden. Ihr behandelnder Arzt wird an Hand dieser Blutspiegel und Ihrem Allgemeinzustand Ihre individuelle Dosis festlegen.

Tacrolimus kann in der Langzeitanwendung das Risiko des Patienten erhöhen, an einem gutartigen oder bösartigen Tumor zu erkranken. Um das Hautkrebsrisiko zu minimieren, sollten Sie immer auf ausreichend Sonnenschutz (Creme, Sunblocker, Hut, Kleidung) achten und regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen machen lassen.

Schwangerschaft und Stillzeit
Eine Schwangerschaft nach Transplantation stellt immer ein Risiko dar. Aus diesem Grund sollten Frauen während der Einnahme von Prograf® für eine wirksame Empfängnisverhütung sorgen.  Ein Kinderwunsch sollte ausführlich mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Eine Schwangerschaft sollte nur bei stabiler Transplantatfunktion geplant werden. Vor einer Schwangerschaft muss außerdem die immunsuppressive Therapie überprüft und gegebenenfalls die Medikation geändert werden. Eine Überprüfung der immunsuppressiven Therapie ist besonders bei einer überraschenden Schwangerschaft unumgänglich.
Es gibt keine Hinweise darauf, dass mit Tacrolimus im Vergleich zu anderen Immunsuppressiva ein erhöhtes Risiko für unerwünschte Ereignisse im Hinblick auf den Verlauf und das Ergebnis einer Schwangerschaft besteht.
Tacrolimus wird über die Muttermilch ausgeschieden. Da eine Schädigung des Säuglings nicht ausgeschlossen werden kann, sollte während der Einnahme von Prograf®/Advagraf® nicht gestillt werden.

Beeinträchtigung der Leberfunktion
Wenn Sie Leberbeschwerden haben oder an einer Krankheit litten, die Ihre Leber geschädigt haben könnte, so teilen Sie dies Ihrem Arzt mit, da dadurch die Dosis von Prograf®/Advagraf® beeinflusst werden könnte.

Durchfall
Wenn Sie länger als einen Tag Durchfall haben verständigen Sie bitte Ihren Arzt, da eine Anpassung der Dosis von Prograf®/Advagraf® erforderlich sein könnte.

Nahrungsmittel
Auch Nahrungsmittel sowie pflanzliche Arzneimittel können die Wirksamkeit von Prograf®/Advagraf® beeinträchtigen und die erforderliche Dosis beeinflussen.
Beispiele sind:

  • Grapefruit oder Grapefruitsaft sollte ganz vermieden werden.
  • Kaliumhaltige Nahrungsergänzungsmittel
  • Johanniskraut
  • Alkoholkonsum bei gleichzeitiger Einnahme von Prograf®/Advagraf® sollte vermieden werden.

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Wann sollte Prograf®/Advagraf® nicht angewendet werden (Kontraindikationen)?

Wie bei allen Medikamenten kann es Unverträglichkeiten oder Allergien gegen den Wirkstoff oder andere Bestandteile (Hilfsstoffe) des Medikaments geben. Dann sollte Prograf®/Advagraf® natürlich nicht eingesetzt werden. Bei Allergie gegen Macrolid-Antibiotika (z.B. Erythromycin, Clarithromycin, Josamycin) ist auch Vorsicht geboten.

Prograf®/Advagraf® enthält außerdem in geringen Mengen Lactose. Sollten Sie an der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption leiden, dann besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt.

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Welche Wechselwirkungen bestehen mit anderen Medikamenten?

Da Tacrolimus in der Leber über das „hoch frequentierte“ Enzymsystem Cytochrom3A4 abgebaut wird, interagiert es mit allen Arzneimitteln, die ebenfalls über dieses Enzymsystem abgebaut werden bzw. es beeinflussen. Somit bestehen eine Vielzahl von Wechselwirkungen (Interaktionen) mit anderen Medikamenten, die in nachfolgender Übersicht nur unvollständig aufgelistet werden können. Daher ist es bei jedem neuen Medikament zwingend notwendig, dass der behandelnde Arzt mögliche Wechselwirkungen mit Prograf®/Advagraf® in jedem Einzelfall prüft.

  • Antimykotika und Antibiotika, vor allem sogenannte Macrolid-Antibiotika zur Behandlung von Infektionen, z.B. Ketoconazol, Fluconazol, Itraconazol, Voriconazol, Clotrimazol, Erythromycin, Clarithromycin, Josamycin, und Rifampicin.
  • HIV-Protease-Hemmer, z.B. Ritonavir
  • Omeprazol, Lansoprazol oder Cimetidin, angewendet zur Vorbeugung und Behandlung von Magengeschwüren
  • Metoclopramid, angewendet zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen
  • Cisaprid oder Magnesium-Aluminium-Hydroxid, zur Behandlung von Sodbrennen
  • Die Pille oder andere Hormonbehandlungen mit Ethinylestradiol oder Danazol
  • Nifedipin, Nicardipin, Diltiazem und Verapamil oder andere Arzneimittel, die zur Behandlung von Bluthochdruck oder Herzbeschwerden angewendet werden.
  • Phenytoin oder Phenobarbital, angewendet zur Behandlung der Epilepsie
  • Nefazodon, angewendet zur Behandlung von Depressionen
  • Ciclosporin

 

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Welche bekannten Nebenwirkungen können auftreten?

Wie alle Arzneimittel kann Prograf®/Advagraf®  Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Die Liste der möglichen Nebenwirkungen kann hier nicht umfassend dargestellt werden. Einige wichtige Nebenwirkungen sind:

  • Infektneigung durch Bakterien, Pilze oder Viren, da das Immunsystem zum Schutz des neuen Organs geschwächt ist und somit Infektionen nicht mehr so gut bekämpft werden können.
  • Verschlechterung der Nierenfunktion (mit Anstieg des Kreatinin)
  • neurologische Nebenwirkungen mit Händezittern (Tremor), Bewegungsstörungen, Sensibilitätsstörungen mit Kribbel-Parästhesien
  • Erhöhte Blutzuckerspiegel, Diabetes mellitus
  • erhöhte Kaliumkonzentration im Blut
  • Mangel an Elektrolyten im Blut (z.B. Magnesiummangel)

 
Sehr selten treten folgende Nebenwirkungen auf:

  • Calciummangel
  • Erhöhung des Blutdrucks
  • Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit
  • Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und innere Unruhe
  • Leberschädigungen
  • Das Risiko für das Auftreten bösartiger Tumore (z.B. Lymphomen) ist in der Langzeitanwendung erhöht.

 
Weitere Informationen zu möglichen Nebenwirkungen enthält der Beipackzettel des Medikaments.

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ACHTUNG: Die Beschreibung dieses Medikaments erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit: Bitte lesen Sie die Benutzerhinweise und Hinweise zu Medikamenten

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