Der Wirkstoff Tacrolimus ist als Prograf® bereits seit mehr als 10 Jahren zugelassen. Seit Juni 2007 steht eine neue retardierte Formulierungen von Tacrolimus unter dem Namen Advagraf® zur Verfügung. Das herkömmliche Prograf® wird zweimal am Tag eingenommen wohingegen Advagraf nur noch einmal täglich eingenommen werden muss. Die Wirksamkeit beider Medikamente ist vergleichbar.
Mit Advagraf® vereinfacht sich das Therapieregime also dahingehend, dass das Basisimmunsuppressivum nur noch einmal täglich morgens eingenommen werden muss und der Patient abends keinen „festen“ Einnahmetermin mehr hat. Außerdem reduziert sich in den meisten Fällen die Anzahl der einzunehmenden Kapseln erheblich.
Ein Beispiel: Tagesdosis 5mg Tacrolimus: Mit Prograf® würde dies 6 Kapseln bedeuten, also jeweils 2,5 mg (2 x 1mg und 1 x 0,5mg) morgens und abends. Nimmt der Patient Advagraf®, so muss er nur eine 5 mg Kapsel am Morgen einnehmen.
Die neue Formulierung wurde in erster Linie entwickelt, um die Compliance („Therapietreue“) der Patienten zu verbessern, nach dem Motto: „Je einfacher die Verordnung, desto besser die Compliance.“1
Komplexe Einnahmeschemata mit unterschiedlichen Medikamenten, eine Vielzahl von Tabletten und spezielle Einnahmemodalitäten stellen hohe Anforderungen an den Patienten. In einer Studie konnte gezeigt werden, dass die Compliance mit abnehmender Dosierungsfrequenz ansteigt.
Mit einer Einmalgabe verdoppelt sich die Wahrscheinlichkeit für eine gute Compliance im Vergleich zu einer Zweimalgabe.2
Denn nur eine regelmäßige Einnahme der Immunsuppressiva schützt vor Abstoßungen und Transplantatversagen. So konnte in einer weiteren Studie gezeigt werden, dass sich bei Non-Compliance das Risiko für akute Abstoßungen erhöht.3 Zudem war Non-Compliance mit einem signifikant höheren Anstieg des Serum-Kreatinins assoziiert, also hatten diese Patienten eine deutlich schlechtere Nierenfunktion.3
1. Robbins ML. Transplant Proc. 1999; 31(4A): 29S-30S.
2. Weng FL et al. J Am Soc Nephrol Dial Transplant. 2000; 15(4): 457-459.
3. Vlaminck H. et al. Am J Transplant 2004; 4(9): 1509-1513.