Leider gibt es bis heute keine Möglichkeit, das Immunsystem eines Transplantatempfängers an ein fremdes Organ so zu gewöhnen, dass die abwehrschwächenden Medikamente abgesetzt werden könnten. Obwohl die Häufigkeit einer Abstoßung nach Jahren statistisch messbar abnimmt, ist eine vollständige Akzeptanz des Fremdorgans durch den Körper ohne Medikamente ("Toleranzentwicklung") äußerst selten.
Dies bedeutet, dass die Medikamente zur Unterdrückung der Abstoßungsreaktion über die gesamte Lebenszeit der transplantierten Niere eingenommen werden müssen.
Es kommt immer wieder vor, dass Patienten der Meinung sind, sie kämen auch mit geringeren Dosierungen oder anderen Formen der Einnahme der immunsuppressiven Medikamente aus. Eine eigenmächtige Änderung der abwehrschwächenden Medikamente durch den Patienten kann fatale Folgen haben und gefährdet den Patienten selbst und das Transplantatüberleben.
Änderungen sollten nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt und begleitet von häufigen Kontrollen der Nierenfunktion gemacht werden. Ein Experimentieren mit immunsuppressiven Medikamenten führt zwangsläufig zum Verlust von gut funktionierenden Transplantatnieren.