Bei vielen Patienten besteht in der ersten Zeit nach der Transplantation eine gewisse Unsicherheit und Ängstlichkeit aufgrund der neuen Lebenssituation. Die Entwicklung der Nierenfunktion, ablesbar an der Urinmenge und den Laborwerten, wird ständig mit der bangen Frage beobachtet: Nimmt mein Körper dieses neue Organ an oder kommt es zu einer womöglich nicht berherrschbaren Abstoßung?
Der Patient hat die Verantwortung für das neue Organ und übernimmt damit auch eine Reihe von Pflichten und Aufgaben. Hierzu zählen besonders die anfänglich sehr engmaschigen Nachsorgeuntersuchungen. Wenn die Transplantatniere etwa 50% der Funktion von zwei normalen Nieren erreicht, kann der Patient als nahezu geheilt von seiner Niereninsuffizienz betrachtet werden. Dennoch sind zur Erhaltung einer Transplantatfunktion lebenslange Medikamente und eine gute Überwachung durch den Arzt notwendig.
In den ersten Monaten ist das Risiko für Infektionen hoch. Auch akute Abstoßungen können auftreten. Diese Risiken führen in der Anfangszeit noch zu großen Unsicherheiten im Alltag. Viele Fragen treten auf. Ein Teil dieser Fragen soll in diesem Kapitel beantwortet werden.