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Sexualität

Wichtig!

Oft bestehen nach einer Nierentransplantation unnötige Ängste in Bezug auf Sexualität. So können eventuell auftretende Potenzprobleme meist erfolgreich behandelt werden. Auch eine chemische Empfängnisverhütung ist in den meisten Fällen wieder möglich.

Leider wird dieses Thema meist zu wenig zwischen Arzt und Patient besprochen, obwohl der Informationsbedarf häufig hoch ist.

Generell gilt: Geschlechtsverkehr ist auch nach einer Nierentransplantation unbedenklich und gehört zum Leben mit der neuen Niere, ohne dass Patienten in diesem Lebensbereich Ängste haben müssen. Heute gibt es eine Reihe von neuen Erkenntnissen über die Häufigkeit der erektilen Dysfunktion (abgekürt: ED = Impotenz) nach Nierentransplantation.

Einerseits klagen einige Patienten bereits vor der Transplantation über Probleme, andererseits gibt es Hinweise, dass auch nach der Transplantation diese Problematik fortbestehen oder neu auftreten kann.

So wurden in einer neueren Studie insgesamt 65 Patienten mit erektiler Dysfunktion vor und nach der Transplantation untersucht. Bei 26 Patienten, die vor der Transplantation keine Probleme hatten, wurde nach der Transplantation eine erektile Dysfunktion diagnostiziert. Die Patienten mit einer stabilen Transplantatfunktion wurden in 81.5% der Fälle erfolgreich und sicher mit Sildenafil (Viagra®) behandelt [1]. Auch andere Studien belegen die Wirksamkeit von Sildenafil bei nierentransplantierten männlichen Patienten [2].

Daher ist es ratsam, dass Patienten mit einer erektilen Dysfunktion mit ihrem behandelnden Arzt über Therapiemöglichkeiten sprechen. In keinem Fall sollte jedoch ein transplantierter Patient eigenmächtig und ohne Rücksprache mit dem Transplantationsarzt Medikamente zur Behandlung der Impotenz einnehmen.

Empfängnisverhütung (Kontrazeption)

Häufig setzen einige Zeit nach der Transplantation bei Frauen die regelmäßigen Monatsblutungen wieder ein. Dies gilt besonders bei guter und stabiler Transplantatfunktion. Ein regelmäßiger Eisprung ist die Grundlage für eine mögliche Schwangerschaft. Besteht jedoch kein Kinderwunsch bei der Patientin, sollte an eine wirksame Empfängnisverhütung gedacht werden.

Eine "Pille" ist bei Fehlen anderer Gegenanzeigen (z.B. Thromboseneigung, Bluthochdruck oder Lebererkrankungen) auch für nierentransplantierte Patientinnen möglich. Nicht empfehlenswert sind intrauterine Pessare, da das Entzündungsrisiko unter der Immunsuppression zu hoch ist.

Quellen:

[1] Zhang Y. et al. Transplant Proc 2005 Jun;37(5):2100-3.

[2] Russo D., et al.  J Nephrol 2004 Mar-Apr;17(2):291-5.

Hilfe
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