Biopsie

Wichtig!

Durch eine Biopsie lässt sich eine akute Abstoßung rasch nachweisen. Nach jeder Transplantation wird eine sog. Protokollbiopsie durchgeführt, bei der auch versteckte Abstoßungen zufällig entdeckt werden können.

Die sichere Diagnose der akuten Abstoßung erfolgt in einer feingeweblichen Untersuchung (Biopsie). Jeder unklare Kreatininanstieg sollte zu einer diagnostischen Abklärung und gegebenfalls zu einer frühzeitigen Durchführung einer Transplantatbiopsie führen. Die Transplantatbiopsie ist auch heute noch ein unverzichtbarer Bestandteil der raschen Diagnose einer akuten Abstoßung. Andere Untersuchungen im Blut oder Urin (durch verschiedene experimentelle Marker) ermöglichen bislang keine sichere Diagnose der akuten Abstoßung.

Protokollbiopsie

Bei einer Protokollbiopsie wird nach einem festgelegten und in der Regel zentrumspezifischen Zeitplan eine Transplantatbiopsie durchgeführt. Die Untersuchung wird unabhängig vom klinischen Verlauf nach der Transplantation und der Nierenfunktion des Patienten durchgeführt. Grundlage dieser Protokollbiopsie ist die Beobachtung, dass auch ohne sichtbare Transplantatfunktionsverschlechterung häufig versteckte Abstoßungen (subklinische Abstoßungen) auftreten können. 

In einigen neueren Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass die Behandlung dieser versteckten Abstoßungen  (z.B. durch eine intensivere Immunsuppression) zu einem besseren Langzeitüberleben des Transplantats beitragen kann [1] [5] [6].  

Banff Klassifikation

Die Bilder zeigen das feingewebliche Bild einer akuten vaskulären Abstoßung in der Transplantatniere.

Nach dieser Klassifikation können Abstoßungen in der Transplantatniere systematisch eingeteilt und in einer international übertragbaren und anerkannten Sprache unter Transplantationsmedizinern klassifiziert werden. Grundprinzip ist die Unterscheidung zwischen den drei Formen der Abstossung (hyperakut, akut und chronisch). Bei der akuten Abstoßung erfolgt eine weitere Unterteilung nach dem Befallsmuster (an den Nierenkanälchen als Tubulitis mit entzündlichen Zellnestern im Gewebe in Abgrenzung zur "Arteriitis" mit den kleinen entzündeten Blutgefäßen) und dem Schweregrad.

 

Wichtig!

Bei einer Nierenbiopsie kann es in seltenen Fällen zu Komplikationen kommen.

Komplikationen

Eine Nierenbiopsie der Transplantatniere gilt als sicheres diagnostisches Verfahren. Dennoch können in seltenen Fällen auch Komplikationen auftreten. Hierzu zählen:

  • Nachblutung mit Hämatom
  • Makrohämaturie mit Ansammlung von Blut in der Blase (Blasentamponade)
  • Verletzung anliegender Organe (z.B. Darm, Gefäße)
  • Arterio-venöse Fisteln im Nierengewebe
Das Bild zeigt eine arterio-venöse Fistel im Nierengewebe in der Duplexsonographie des Transplantats. Durch die Biopsienadel werden eine kleine Arterie und eine Vene in der Niere verletzt, wodurch ein Kurzschluss in der Niere entsteht (ähnlich wie bei einem Dialyseshunt).

Quellen

[1] Miyagi, M. Clin Transplant. 2005 Aug;19(4):456-65.

[3] Roberts, I.S. Transplantation. 2004 Apr 27;77(8):1194-8

[4] Seikku, P. Pediatr Transplant. 2005 Dec;9(6):754-62.

Übersichtsarbeiten zur Bedeutung der subklinischen Abstossung und der Durchführung einer Protokollbiopsie:

[5] Rush D.N., Clin Transplant. 1999 Dec;13(6):441-6

[6] Bohmig, G.A. Transpl Int. 2005 Feb;18(2):131-9.

Hilfe
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