Die chronische Allograft Nephropathie ist eine Schädigung der Transplantatniere, die sich in einem stetigen Funktionsverlust äußert. Dies kann auf die verschiedensten Ursachen zurückgehen. Da es keine gezielte Therapie zur Rettung des Transplantats gibt, sollten alle Risiken, die eine Abstoßung begünstigen könnten, ausgeschaltet werden.
Die chronische Transplantatnephropathie (engl.: Chronic Allograft Nephropathie, abgekürzt CAN) umschreibt ein Krankheitsbild in der Transplantatniere, das mit einem kontinuierlichen Funktionsverlust einhergeht. Gleichbedeutend wird häufig der Begriff "chronische Abstoßung" verwendet.
Dieser chronische Schädigungsprozess an der Transplantatniere kann durch verschiedene Faktoren verursacht sein. Einerseits spielen immunologische Ursachen (z.B. wiederkehrende akute Abstoßungen bei unzureichender Immunsuppression), andererseits nicht-immunologische Faktoren eine Rolle (z.B. das Alter der Transplantatniere, Verpflanzungsschock mit ischämischem Nierenschaden, Bluthochdruck, Rauchen, Infektionen, hohe Eiweißausscheidung oder eine Nierenschädigung durch die immunsupressive Therapie mit Calcineurin-Inhibitoren = CNI-Nephrotoxizität).
In der Biopsie erkennt man eine chronische Schädigung der Niere an einer
Derzeit gibt es keine anerkannt wirksame Therapie. Jedoch sollten alle schädigenden Einflussfaktoren so gut wie möglich behandelt sein:
Eine Umstellung auf eine Calcineurin-Inhibitor-freie Immunsuppression (Umstellung des Ciclosporin oder Tacrolimus auf z.B. Sirolimus) kann anhand von ersten Studienergebnissen sinnvoll sein und sollte nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Transplantationsarzt erfolgen [1].
Typisch für die chronische Transplantatnephropathie ist die langsame - über mehrere Monate oder Jahre ablaufende - Funktionsverschlechterung der Transplantatniere (mit einem langsamen Anstieg des Kreatinin im Blut). Am Ende dieser Erkrankung kann der vollständige Funktionsverlust der Niere stehen.
[1] Stallone G. J Am Soc Nephrol. 2005 Oct 19