Die Glomerulonephritis mit einigen Sonderformen ist eine Nierenerkrankung, die oft als wiederkehrende Grunderkrankung die Transplantatniere befällt.
Grundsätzlich kann auch die Transplantatniere erkranken. Tritt jedoch die ursprüngliche Nierenerkankung eines Patienten in Form einer Glomerulonephritis in der Transplantatniere auf, so spricht man von einer Wiederkehr (= Rekurrenz) der Glomerulonephritis.
Einige ihrer Sonderformen neigen besonders zu einem Befall der neuen Transplantatniere. Andere Grunderkrankungen treten erst nach Jahren in der neuen Niere auf. Die Diagnose wird durch eine feingewebliche Untersuchung gestellt. Häufige Grunderkrankungen, die die Transplantatniere erneut befallen, sind:
Die verschiedenen Formen der Glomerulonephritis und die jeweilige Wahrscheinlichkeit ihres Wiederauftretens.
Eine fokal-segmentale Glomerulonephritis tritt mit bis zu 50 % Wahrscheinlichkeit in der Transplantatniere erneut auf. Die Rekurrenz geht mit einen verminderten Transplantatüberleben einher. Zur Vermeidung eines Wiederauftretens werden bei diesen Patienten eine stärkere Immunsuppression mit höheren Ciclosporin-Spiegel eingesetzt. In Einzelfällen wird eine Plasmapherese durchgeführt (B). Neue Therapieansätze gibt es in Einzelfällen mit Rituximab [1].
Eine membranöse Glomerulonephritis tritt in ca. 10-20% der Fälle erneut auf. Eine wirksame Behandlung steht derzeit nicht zur Verfügung. Auch eine membranoproliferative Glomerulonephritis kann erneut Auftreten. Das Risiko ist jeweils unterschiedlich für die jeweiligen Unterformen des Typ I (25% der Fälle) und des Typ II (80% der Fälle). Die Angaben sind jedoch in der Literatur schwankend. Kehrt die Erkrankung zurück, so besteht auch bei diesen Patienten ein vermindertes Transplantatüberleben.
Auch die Rückkehr einer IgA Nephropathie - häufig nach einem Zeitintervall von 10-20 Jahren - ist leider häufig und wird in bis zu 40% der Fälle beschrieben. Im Langzeitverlauf besteht auch bei diesen Patienten ein vermindertes Transplantatüberleben.
Bei Patienten bei denen ein Goodpasture-Syndrom zum Verlust ihrer Eigennieren geführt hat, sollte auf zirkulierende Anti-GBM-Antikörper geachtet werden. Diese Erkrankung tritt jedoch nur selten erneut auf (<5% der Fälle). Treten die für die Erkrankung typischen Antikörper im Blut auf, so ist ein Wiederauftreten der Erkrankung in der neuen Niere wahrscheinlich.

| Erkrankung | Risiko der Rückkehr im Transplantat (%) | |
| Fokal segmentale Glomerulosklerose (FSGS) | 30-50 | |
| Membranoproliferative Glomerulonephritis | 30-90 | |
| Membranöse Glomerulonephritis | 10-30 | |
| IgA-Nephropathie | 40-50 | |
| Anti-GBM-Glomerulonephritis | <5 | |
| Wegenersche Granulomatose | 15-50 | |
| Hämolytisch-urämisches Syndrom | 10-25 | |
| Systemischer Lupus erythematodes | <5 | |
| Amyloidosis | 33 | |
| Oxalosis | 90-100 | |
| Morbus Fabry | <1 | |
| Schönlein-Henoch Purpura | 10-20 |
[2] Couser, W. Exp Clin Transplant 2005;3:283-8.
[3] Kasiske, B.L. et al. Am J Transplant 2001; Suppl.1: Vol 2:5-95.