Durch die Einnahme von immunsuppressiven Medikamenten ist das Tumorrisiko erhöht. Man geht davon aus, dass nicht die Art der Therapie, sondern deren Intensität für die Höhe des Risikos entscheidend ist. Europäische Leitlinien: Zur Tumorprävention sollten regelmäßige Kontrolluntersuchungen erfolgen.
Die Häufigkeit von bösartigen Tumoren ist bei abwehrgeschwächten Patienten (Organtransplantierte, aber auch Patienten, die aus anderen Gründen eine Immunsuppression einnehmen) erhöht. Die Immunsupression schwächt die Abwehrmechanismen der Früherkennung von bösartigen Zellen im Körper (Tumorzellen), sodass das Risiko der Entstehung bösartiger Geschwulste steigt. Nierentransplantierte Patienten müssen daher regelmäßig Krebsvorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen.
Eine intensive Immunsuppression am Anfang der Transplantation (z.B. mit einer Induktionstherapie mit bestimmten Antikörpern) erhöht das Risiko für Lymphdrüsenkrebs (Lymphome). Das Risiko für Tumoren der inneren Organe (solide Tumoren) ist durch diese Therapie wahrscheinlich nicht erhöht.
Insgesamt ist das Bild, ob und welche immunsuppressive Therapie das Auftreten von verschiedenen Tumoren begünstigt, sehr uneinheitlich. Das Gesamtrisiko für die Entstehung ist jedoch eindeutig erhöht. Einige Hinweise sprechen dafür, dass die Intensität der Immunsuppression entscheidend ist.

Nach einer Nierentransplantation sollte zur Überwachung des Auftretens von Tumoren (Tumorprävention) eine engmaschige ärztliche Untersuchung stattfinden.