Nach einer Nierentransplantation sind Infektionen im Bereich der Harnwege eine häufige Komplikation. Häufigste Form ist die Blasenentzündung (Cystitis): Bei dieser Erkrankung können sich Bakterien ansammeln und zu Beschwerden führen.
Harnwegsinfektionen entstehen durch Bakterienansammlungen in der Blase und treten nach einer Nierentransplantation häufig auf. Typische Anzeichen sind verschiedene Probleme im Zusammenhang mit der Urinausscheidung.
Eine Harnwegsinfektion kann sich durch verschiedene Symptome äußern:
Ob eine Harnwegsinfektion vorliegt, hängt im Wesentlichen davon ab, wie viele Bakterien in der Blase vorhanden sind. Nur wenn ein bestimmter Schwellenwert erreicht ist, spricht man von einer echten Infektion. Zusätzlich muss der Patient Beschwerden entwickeln.
Wichtig ist die Untersuchung des Urins. Hier findet sich
Generell können Harnwegsinfektionen nicht nur beim transplantierten Patienten, sondern auch beim Gesunden auftreten. Für beide Gruppen gilt:
Häufigste Ursache sind aufsteigende Bakterien. Sie nehmen den Weg über die Harnröhre in die Blase. Bei Frauen ist dieser Weg "kürzer". Daher neigen Frauen eher zu einer Bakterienbesiedlung der Harnblase.
Andere Ursachen sind eine unvollständige Blasenentleerung beim Wasserlassen (z.B. bei Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostata) oder einer nervenbedingten Entleerungsstörung der Blase) oder angeborene Auffälligkeiten der Anatomie der Harnwege.
Leider besteht bei einem längeren Krankenhausaufenthalt auch die Gefahr einer Harnwegsinfektion durch seltenere Bakterien (im Krankenhaus erworbene = nosokomiale Infektionen) [1].
In der Anfangszeit nach der Operation kann der Harnleiter noch mit einer kleinen "Plastikschiene" (= Urteter-Stent) geschient sein. Ob dies im Einzelfall eine aufsteigende Infektion begünstigt ist nicht sicher [2]. Andere Untersuchungen weisen darauf hin, dass besonders ältere Patienten nach einer Transplantation gefährdet sind eine Harnwegsinfektonen zu bekommen [3].
Ein Harnwegsinfekt beim transplantierten Patienten muss behandelt werden. Wichtig ist eine zielgerichtete Therapie. Daher ist der Nachweis von Bakterien im Urin besonders wichtig.
Auch eine über dem Schwellenwert liegende Keimzahl ohne Beschwerden des Patienten (asymptomatischer Bakteriennachweis) sollte nach einer Nierentransplantation behandelt werden.
[1] Dantas SR., et al. Nosocomial infections in renal transplant patients: risk factors and treatment implications associated with urinary tract and surgical site infections. J Hosp Infect. 2006 Jun;63(2):117-23. Epub 2006 Mar 3
[2] Wilson CH., et al. Routine intraoperative stenting for kidney transplant recipients. Cochrane Database Syst Rev 2005 Oct 19;(4):CD004925.
[3] Trouillhet I., et al. Influence of age in renal transplant infections: cases and controls study. Transplantation 2005 Oct 15;80(7):989-92
Weitere allgemeine interessante Informationen zu Harnwegsinfektionen finden sich auf der Seite http://www.patientenleitlinien.de/body_hwipatll/body_hwipatll.html