Bei Patienten mit einer chronischen Hepatitis C (ohne eine Leberzirrhose) ist eine Nierentransplantation grundsätzlich möglich, aber mit einem erhöhten Risiko für Komplikationen und einer sehr intensiven Nachsorge verbunden.
Patienten, die an einer vorbestehenden chronischen Hepatitis C leiden, können eine Nierentransplantation erhalten. Die chronische Hepatitis C ohne eine Leberzirrhose stellt keine Kontraindikation zur Nierentransplantation dar.
Dennoch besteht bei Patienten mit einer chronischen Hepatitis C ein höheres Risiko für Komplikationen nach einer Transplantation sowie möglicherweise eine statistisch messbare erniedrigte Überlebensrate [2]. Auch das Risiko, eine Leberzirrhose oder ein hepatozelluläres Carcinom zu entwickeln, ist statistisch gesehen erhöht. Zudem haben Patienten mit einer chronischen Hepatitis C vor und nach der Transplantation ein erhöhtes Risiko, einen Diabetes mellitus zu entwickeln [2], [4]. Dennoch erreicht der überwiegende Teil der Patienten mit einer chronischen Hepatitis C eine stabile Transplantatfunktion.
Im Langzeitverlauf ist bei diesen Patienten eine besonders engmaschige Nachsorge nach der Transplantation empfohlen. Eine Therapie mit Interferonpräparaten und Ribavirin kann aufgrund des Risikos schwerer Abstoßungskrisen nicht durchgeführt werden [3]. Nur in schweren Einzelfällen der Hepatitis C wurde eine Behandlung mit Interferon nach einer Nierentransplantation mit Erfolg eingesetzt [5].
In regelmäßigen Nachsorgeuntersuchungen wird die Anzahl der Hepatitis C-Viren, die Leberfunktion und das etwaige Vorhandensein von Krebszellen laufend überwacht.
Patienten mit einer chronischen Hepatitis C benötigen nach der Transplantation eine regelmäßige:
Die abwehrschwächende Medikamentenbehandlung für die neue Transplantatniere kann eine Vermehrung des Hepatitis C-Virus im Blut begünstigen. Das Risiko für ein Auftreten eines hepatozellulären Carcinoms (bösartige Geschwulst des Lebergewebes) erfordert regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (Sonographie der Leber und Bestimmung eines Tumormarkers im Blut des Patienten "alpha-Fetoprotein").