Im Vergleich zur Dialyse bietet die Transplantation den betroffenen Patienten in jeder Hinsicht die größeren Vorteile.
In Deutschland sind etwa 10.000 Dialysepatienten auf der Warteliste für eine Nierentransplantation. Etwa doppelt so viele Patienten leben mit einer funktionsfähigen Transplantatniere. Die Gesamtzahl der Dialysepatienten in Deutschland liegt bei etwa 55.000. Jedes Jahr werden 2300 Nierentransplantationen durchgeführt.
Die Nierentransplantation gilt als Verfahren der Wahl, weil sie
Das Nierentransplantatüberleben liegt nach einem Jahr bei über 90%. Alle Patientengruppen und auch die verschiedenen Altersklassen können von einer Nierentransplantation grundsätzlich profitieren. Insbesondere auch die Patienten mit einem Diabetes mellitus haben statistisch messbare Überlebensvorteile nach einer Nierentransplantation.
In den insgesamt 50 deutschen Transplantationszentren werden heute täglich etwa elf Organe transplantiert. Seit Beginn der Organtransplantation am Menschen im Jahr 1963 wurden in Deutschland insgesamt 70.463 Organe (Stand Ende 2004) transplantiert.
Zwei wesentliche Formen der Transplantation werden unterschieden: die postmortale Transplantation (durch Organe von Verstorbenen Spendern von Leber, Niere, Herz, Pankreas, Dünndarm) sowie die Lebendspende von bestimmten Organen (im Bereich der Leber als Teillebendspende und der wesentlich häufigeren Lebendnierenspende).
Das am häufigsten transplantierte Organ ist die Niere, gefolgt von Leber, Herz, Bauchspeicheldrüse und Lunge. Die Niere ist damit zahlenmäßig der wichtigste Kernbereich innerhalb der Transplantationsmedizin.
Heute warten etwa 11.500 Patienten in Deutschland auf ein Spenderorgan, davon sind etwa 10.000 Patienten an einer dialysepflichtigen Niereninsuffizienz erkrankt. Die Gesamtzahl der Dialysepatienten in Deutschland wird auf über 50.000 Patienten geschätzt. Die Inzidenz und Prävalenz der terminalen Niereninsuffizienz steigt jährlich um etwa 5%. Aufgrund der steigenden Anzahl von Patienten wird die Schere zwischen Organbedarf und -angebot immer größer. Trotz umfangreicher öffentlicher Aufklärungsbemühungen ist eine Erhöhung der Spendebereitschaft in der Bevölkerung, gemessen an der Akzeptanz von Organspendeausweisen, nur unzureichend gelungen. Nur etwa 10% der Deutschen besitzen einen Organspendeausweis; 45% äußern Ängste, dass mit Organen unzulässiger Handel getrieben wird. Faktisch bleibt die Gesamtzahl der postmortalen Organtransplantationen weit hinter dem notwendigen und in Zukunft steigenden Organbedarf zurück.