Welche Funktion hat das Pankreas und warum wird es transplantiert?
Wer kann eine Pankreastransplantation erhalten?
Verlängert eine Pankreastransplantation das Leben der Patienten?
Warum wird das ganze Pankreas als Organ transplantiert, wenn nur die Inselzellen benötigt werden?
Wie lange dauert die Operation?
Wie lange muss man nach der Transplantation im Krankenhaus bleiben?
Wann kann man nach der Transplantation wieder zur Arbeit gehen?
Woran erkennt man, dass das Pankreas funktioniert?
Wie lange ist die Wartezeit auf eine Pankreastransplantation?
Das Pankreas ist ein Organ des Bauchraums und hat zwei wesentliche Körperfunktionen:
Der Mangel an Insulin führt zur Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus). Es gibt verschiedene Formen des Diabetes mellitus. Pankreastransplantationen werden durchgeführt, um den so genannten Typ I Diabetes mellitus (früher jugendlicher Diabetes im Gegensatz zum Alterszucker) zu behandeln.
Nur Patienten mit einem Typ I Diabetes werden heute mit einer Pankreastransplantation behandelt. Bei Typ I Diabetikern sind die Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstört (diese werden auch Inselzellen genannt und machen ca. 3% des Pankreasgewebes aus). Die Folge ist zu wenig Insulin im Blut. Daher müssen diese Patienten jeden Tag Insulin spritzen. Die Pankreastransplantation behandelt diesen Insulinmangel ursächlich. Bei guter Transplantatfunktion wird der Patient von den täglichen Blutzuckerkontrollen und den lebensnotwendigen Insulinspritzen befreit.
Viele Komplikationen des Diabetes mellitus werden durch eine unzureichende Blutzuckerkontrolle verursacht. Hierzu zählen:
Ob die Folgeschäden des Diabetes mellitus wirklich verhindert werden können, ist wissenschaftlich nicht vollständig gesichert. Es gibt viele indirekte Hinweise, die darauf hindeuten, dass eine Pankreastransplantation Langzeitprobleme verhindern kann oder zumindest klinische Symptome verbessert. Durch eine Pankreastransplantation wird die Blutzuckerkontrolle verbessert. Damit wird eine der Hauptsursachen der Folgeschäden wirksam behandelt.
Viele Studien belegen eine höhere Überlebensrate von Patienten nach einer Pankreastransplantation im Vergleich zu weiterhin insulinbehandelten Patienten. Allerdings können diese positiven Studienergebnisse durch eine besondere Auswahl der Patienten beeinflusst sein. So ist denkbar, dass für Studien nur "gesunde" Diabetiker ausgewählt werden und ältere oder kranke Patienten nicht transplantiert werden und in der insulinbehandelten Untersuchungsgruppe verbleiben (Phänomen der Patientenselektion mit Verfälschung der Studienergebnisse). Dieser Einfluss wird in einer wissenschaftlichen Analyse methodisch korrigiert und berücksichtigt. Andere Probleme liegen in der begrenzten Aussagekraft von verschiedenen Studien. Dennoch deutet viel darauf hin, dass die Pankreastransplantation für bestimmte Patientengruppen mit einem wirklichen Überlebensvorteil verbunden ist.
Dieser Einwand ist berechtigt. Im Idealfall ist die Transplantation von funktionsfähigen Inselzellen für die Insulinproduktion ausreichend. Die Inselzelltransplantation ist ein alternatives Transplantationsverfahren, das in den vergangenen Jahren verbessert wurde. Dieses Verfahren wird möglicherweise in der Zukunft eine größere Bedeutung haben.
Die Pankreastransplantation dauert etwa 4 bis 6 Stunden. Im Vergleich dauert eine komplikationslose Nierentransplantation etwa 2 Stunden.
Bei unkompliziertem Verlauf beträgt die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus etwa 2-4 Wochen.
In den ersten 2 bis 3 Monaten sollte ein Patient nicht belastet werden. Daher empfiehlt sich die Wiederaufnahme der Berufstätigkeit erst nach Ablauf dieser Zeit und unter Voraussetzung einer stabilen Transplantatfunktion.
Eine erfolgreiche Pankreastransplantation führt zu einem normalen Blutzuckertagesprofil, ohne dass eine Insulinspritze notwendig ist. Der Blutzuckerhaushalt normalisiert sich vollständig. Eine Diät ist nicht erforderlich. Der Patient ist insulinfrei.
Grundsätzlich ist die Wartezeit auf eine simultane Pankreas-Nierentransplantation im Vergleich zur alleinigen Nierentransplantation kürzer. Sie kann im Einzelfall stark schwanken, beträgt im Durchschnitt jedoch etwa 1 Jahr.