Die Ergebnisse der Pankreas-Nierentransplantation sind ermutigend und haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend verbessert. Der operative Eingriff ist mit einem kalkulierbaren peri- und postoperativen Risiko verbunden und die Langzeitergebnisse sind akzeptabel. Drei wesentliche Aspekte haben zu einer Verbesserung der Ergebnisse der Pankreas-Nierentransplantation beigetragen: die Standardisierung der Operationstechniken, die Verbesserung der Immunsuppression und die bessere Kenntnis der Auswahlkriterien der Patienten, die von einer Pankreas-Nierentransplantation profitieren können.
Die größten Studien zum Langzeitüberleben von Patienten nach Pankreas-Nierentransplantationen stammen aus den USA. Diese Ergebnisse sind nur bedingt auf die Verhältnisse in Europa und in Deutschland übertragbar. Dennoch zeigen diese Studien deutliche Vorteile der simultanen Pankreas-Nieren-Transplantation bei Patienten mit Typ I Diabetes im Vergleich zur alleinigen Nierentransplantation [1]. Das Langzeitüberleben von diabetischen Patienten nach einem Zeitraum von 10 Jahren ist in der Gruppe der Pankreas-Nierentransplantierten mit 90% nahezu identisch mit nicht-diabetischen Patienten. Auch andere Untersuchungen zeigen ähnliche Ergebnisse und belegen Vorteile für die Gruppe der Pankreas-Nierentransplantierten [2] [3] [4] [5]. Anhand dieser Ergebnisse erscheint für den jüngeren präterminalen oder dialysepflichtigen Typ I Diabetiker eine kombinierte, simultane Pankreas-Nierentransplantation als das derzeit beste Behandlungsverfahren.
In einer deutschen Zentrumsanalyse wurden 34 Patienten nach einer Pankreas-Nierentransplantation mit einer Gruppe von 63 nierentransplantierten Patienten verglichen. Untersucht wurde die Komplikationsrate nach der alleinigen Nierentransplantation im Vergleich zur simultanen Pankreas-Nierentransplantation. Im einzelnen wurden drei Faktoren näher analysiert: die Relaparotomierate (das Auftreten einer erneuten Notwendigkeit einer Operation im Zeitraum nach der Transplantation), die Infektionsraten (hier insbesondere die Wundinfektionen) und die Transplantatfunktionen beider Gruppen im Vergleich.
Die Ergebnisse zeigen, dass 91,2% der Patienten zum Zeitpunkt der Entlassung aus dem Krankenhaus insulinfrei waren und 97,1 % der Patienten keine Dialyse mehr benötigten [6] . Allerdings war in der Gruppe der kombiniert Transplantierten die Relaparotomierate (17.6% versus 4.8%) deutlich höher. Auch Wundinfektionen sowie Abstoßungsreaktionen traten in der Gruppe der Pankreas-Nierentransplantierten häufiger auf. Jedoch war das Entlassungskreatinin in beiden Gruppen identisch [6].
Zusammenfassend ist die Krankenhausmorbidität bei der Pankreas-Nierentransplantation im Vergleich zur alleinigen Nierentransplantation höher. Kombiniert Transplantierte müssen daher mit mehr Komplikationen nach der Transplantation rechnen. In einer Nachuntersuchung von 78 simultanen Pankreas-Nierentransplantationen zeigte sich nach 5 bzw. 10 Jahren (mittlerer Zeitraum des Follow up: 7 Jahre) eine Pankreasfunktionsrate von jeweils 81% und 67%. Die entsprechende Nierenfunktionsrate lag nach 5 bzw. 10 Jahren bei jeweils 67% und 44% [6].
[1] Israni, A.K., et al. Am J Transplant 2005;5:374-382
[2] Drognitz O., et al. Transplantation 2004;78:1802-1808
[3] Venstrom J.M., et al. JAMA 2003;290:2817-2823
[4] Ojo A., et al. Transplant Proc. 2001;33:1670-2
[5] Becker, B.N., et al. Kidney Int 2000;57:2129-2135
[6] Wullstein C. et al. Der Chirurg, 2003;74:652-656
Pankreas_Nieren_Transplantation_Prognose.pdf Orginalarbeiten zur Prognose nach Pankreas-Nierentransplantation |