Pankreas / NiereThemenOperationstechniken

Operationstechniken

Grundsätzlich gibt es zwei wesentliche Operationstechniken für die Einpflanzung einer Bauchspeicheldrüse, je nachdem, an welches Organ die Bauchspeicheldrüse angeschlossen wird (In diesem Zusammenhang wird die Produktion von Verdauungssaft als exokrine Pankreasfunktion bezeichnet; im Gegensatz dazu ist die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse eine endokrine Funktion des Pankreas). Man unterscheidet zwischen der enteralen Drainage (Anschluss des Pankreas an den Darm) und der Blasendrainagetechnik (Anschluss des Pankreas an die Blase).

Enterale Drainagetechnik

Hier wird die Bauchspeicheldrüse direkt an den Darm angeschlossen. Dies ähnelt auch dem natürlichen Sitz der Bauchspeicheldrüse, die direkten Anschluss an den Zwölffingerdarm hat. Insulin kann auch hier über die Blutbahn im Körper wirken. Der ausgeschiedene Verdauungssaft wird jedoch über den Darm ausgeschieden.

Eine Sonderform des Darmanschlusses (enterale Drainagetechnik) ist die porto-mesenteriale Anastomose-Technik. Hier wird das Pankreas an den Darm angeschlossen mit der Besonderheit, dass die Vene des Pankreas an die Pfortader angenäht wird (oder alternativ an eine große Vene, die zur Pfortader führt). Auf diesem Weg kann das venöse Blut des Pankreas erst über die Leber als Zwischenstation zurück zum Herz fließen. Dies entspricht dem natürlichen Weg des Blutes von der "alten", nicht mehr Insulin produzierenden Bauchspeicheldrüse. Auch hier fließt Insulin physiologisch erst zur Leber, dem entscheidenden Zielort, und gelangt erst in einem zweiten Schritt über das Blut des großen Kreislaufs zu den Endorganen, wie z.B. den Muskeln.

Blasendrainagetechnik

Die Blasendrainagetechnik ist das eigentlich ältere Operationsverfahren. Die neue Bauchspeicheldrüse wird an die Blase des Patienten angeschlossen. Damit kann einerseits das wichtige Hormon Insulin über die Blutbahn wirken, andererseits können die Verdauungshormone der Bauchspeicheldrüse - der Verdauungssaft des Pankreas, der nicht benötigt wird - über die Blase ausgeschieden werden.

Vor- und Nachteile der Operationstechniken

Für die beiden großen Operationsverfahren – Blasen- oder Darmanschluss - gibt es gute Argumente. Ein Vorteil der Blasendrainage ist der leichtere Nachweis einer möglichen Abstoßung durch einfache Urinuntersuchung. Leider verlieren manche Patienten über die Blasendrainage sehr viel Bikarbonat, sodass es zu einer Übersäuerung des Blutes kommt (metabolische Azidose). In diesem Fall muss durch eine zweite Operation die Blasendrainage in eine enterale Drainage umgewandelt werden (in bis zu 10% der Fälle). Harnwegsinfektionen können ebenfalls gehäuft auftreten.

Aus diesen Gründen bevorzugen heute viele Zentren die enterale Drainagetechnik (ohne oder selten mit einem Anschluss an das Pfortadersystem). Die Langzeitüberlebensdaten für beide Verfahren unterscheiden sich jedoch kaum.

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