Die Aufklärung ist eine zentrale ärztliche Pflicht vor einer Pankreas-Nierentransplantation. Der Patient als Empfänger sollte über die Vor- und Nachteile einer kombinierten Pankreas-Nierentransplantation im Vergleich zur alleinigen Nierentransplantation aufgeklärt werden. Die Aufklärung sollte alle wesentlichen Risiken einer Pankreas-Nierentransplantation nennen und die möglichen Langzeitfolgen beim Empfänger in Verständlicherweise darstellen.
Es gibt kein festgelegtes Inhaltsverzeichnis für eine Aufklärung vor einer kombinierten Pankreas-Nierentransplantation. Die Aufklärungsformulare in den verschiedenen Transplantationszentren unterscheiden sich in einzelnen Punkten. Entscheidend ist das persönliche Arzt-Patient Aufklärungsgespräch vor einer Pankreas-Nierentransplantation. Alle wesentlichen Risiken der Operation und der Langzeitkomplikationen sollten offen mit dem Patient besprochen werden. Der Patient muss sich eigenständig und nach freiem Willen in Kenntnis der Risiken, die mit dem Eingriff verbunden sind, für oder gegen eine Transplantation entscheiden.
Einige wichtige Punkte sollten mit dem Patient in einem persönlichen Aufklärungsgespräch angesprochen werden. Es handelt sich zwar um sehr seltene Ereignisse und Komplikationen einer Nierentransplantation. Dennoch sollte der Patient auch die möglichen Risiken einer Transplantation kennen. Zu nennen sind (die nachfolgende Liste beansprucht keine Vollständigkeit):
Grundsätzlich können alle auftretenden Komplikationen bei unglücklicher Verkettung von Umständen lebensbedrohlichen Charakter annehmen und auch tödlich enden. Wichtig ist auch, dass im Vergleich zur Normalbevölkerung das Langzeitrisiko im Laufe des Lebens eine bösartige Krebserkrankung zu erleiden unter der Therapie mit abwehrschwächenden Medikamenten statistisch messbar erhöht ist (dies betrifft vor allem bestimmte Formen von Hautkrebs und Lymphdrüsenkrebs). Die hier dargestellte Liste soll nicht zu einer Verunsicherung des Patienten beitragen. Die hier aufgeführten Punkte sollten jedoch in einem individuellen Arzt-Patient-Gespräch im einzelnen besprochen und erklärt werden.

Der Patient sollte eine umfassende Aufklärung über das Auftreten von Erkrankungen (Morbidität) und die Sterblichkeit (Mortalität) nach einer Nierentransplantation erhalten. Darüber hinaus sollte ein Patient wissen, ob er ein so genanntes "marginales Organ" angeboten bekommt (Empfehlung Grad C: Expertenevidenz). Eine Untersuchung und Prüfung des Empfängers sollte erst nach einer Aufklärung des Patienten erfolgen. Willigt der Patient in eine Pankreas-Nierentransplantation ein, so kann er/sie auf die Warteliste aufgenommen werden. Der Empfänger muß über alle wesentlichen Merkmale des Spenders (alle wichtigen Spenderkriterien) vorher und beim Angebot informiert werden und dann sein Einverständnis erklären (Empfehlung Grad C: Expertenevidenz).