Pankreas / NiereThemenVoraussetzungenWartezeit

Wartezeit

Die durchschnittliche Wartezeit liegt derzeit bei unter einem Jahr. Sie ist damit deutlich kürzer als die Wartezeit auf eine alleinige Nierentransplantation. Dies ist allerdings nur ein statistischer Durchschnittswert, der für den einzelnen Patienten letztlich nicht viel aussagt. Einige Patienten warten nur wenige Wochen, andere warten länger als ein Jahr auf eine Pankreas-Nierentransplantation. Für alle Patienten gelten die ET-Richtlinien der Organvergabe.

Das Transplantationszentrum hat keinen Einfluss auf die Wartezeit

Die Wartezeit kann vom zuständigen Transplantationszentrum nicht beeinflusst werden. Sie wird zentral bei Eurotransplant in einem computergestützten Verfahren errechnet. Die Einhaltung der Vergaberichtlinien für die Organe wird streng überwacht und von der Vermittlungsstelle Eurotransplant umgesetzt. Bei einem Organangebot ermittelt der Computer anhand der Kriterien den passenden Empfänger auf der Liste. Für jedes Spenderorgan wird diese Liste neu berechnet und ändert sich damit permanent. Ein Patient hat somit keinen "festen Listenplatz", der sich langsam nach oben verschiebt. Daher ist es auch nicht möglich, dem Patienten mitzuteilen, auf welchem Platz der Liste er momentan steht. Der Patient kann jedoch in seinem Transplantationszentrum erfahren, wie oft er schon - z.B. im vergangenen Jahr - auf diesen verschiedenen Listen für die einzelnen Organe unter den ersten zehn Patienten war.

Ständige Erreichbarkeit per Handy!

Wichtig in der Wartezeit ist, dass der Patient, sobald ein passendes Organ vorhanden ist, vom Transplantationszentrum telefonisch schnell erreicht werden kann. Bei längerer Abwesenheit von zu Hause (Wochenende, Urlaub) sollte eine Telefonnummer (die aktuelle Handy-Nummer) beim Transplantationszentrum hinterlassen werden, damit der Patient innerhalb einer Stunde erreicht werden kann. Leider kommt es immer wieder vor, dass Patienten nicht oder nur schwierig erreichbar sind und wertvolle Zeit verloren geht.

Ein Urlaub in Europa ist durchaus möglich, sofern gewährleistet ist, dass der Patient innerhalb kurzer Zeit im Transplantationszentrum sein kann. Bei Urlaub in weiter entfernt liegenden Gebieten muss der Patient sich für diese Zeit von der Warteliste abmelden (Nicht-transplantabel (NT)-Meldung).

Europäische Leitlinie: Regelmäßige Verlaufskontrollen für Wartelistenpatienten: (I.8.2)

Während der Wartezeit sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen des Patienten erforderlich, um unerwartete Risiken zum Zeitpunkt eines Organangebotes zu vermeiden (Empfehlung Grad C: Expertenevidenz). Diese Verlaufskontrollen sollten in 6- bis 12-monatigen Abständen durchgeführt werden (Empfehlung Grad C: Expertenevidenz). Sie umfassen:

  • Herz-Kreislauf-Kontrolluntersuchungen
  • Untersuchungen auf aktuelle Infektionen
  • spezielle Tests für virale Erkrankungen
  • Untersuchungen auf versteckte Infektionen im Bereich der Blase und Harnröhre (Empfehlung Grad C: Expertenevidenz).

 

 

Hilfe
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