Neben ihrer Filterfunktion steuern die Nieren auch den Wasser- und Salzhaushalt des Körpers. Diese Vorgänge spielen sich in den Filterkörperchen und den angeschlossenen Nierenkanälchen ab. Zudem produzieren sie Hormone. Abhängig vom Blutdruck oder von bestimmten Hormonen werden mehr oder weniger Salze und Flüssigkeit durch die Nierenkanälchen an die Blase weitergeleitet.
Die Aufgaben der Nieren sind vielfältig:
Der Transport von Flüssigkeit, Salzen und Abfallstoffen in die Niere erfolgt durch das Blut. In den Filterkörperchen der Niere (= Glomeruli) wird Flüssigkeit mit den Salzen und Abfallprodukten aus dem Blut abgepresst. Große Moleküle, wie z.B. die meisten Eiweißstoffe und die Blutzellen, passen nicht durch die Poren dieses Filters und werden im Blut zurückgehalten.
Mehr zum Thema Nierenfunktion und Aufbau der Niere auch in function of the nephron unter - YouTube.
Jedes Filterkörperchen hat Anschluss an ein langes, gewundenes Kanalsystem (= Tubulus), durch das die filtrierte Flüssigkeit (Filtrat) fließen muss. Dieses Kanalsystem ist ausgekleidet mit spezialisierten Zellen, die etwa 99% der Flüssigkeit und die meisten Salze (z.B. Natrium, Kalium, Calcium, Phosphat, Magnesium) wieder aufnehmen und an das Blut abgeben. Dort gibt es Messzellen, die den Salzgehalt im Filtrat messen. Wie viel Flüssigkeit und welche Mengen an Salzen wieder durch die Tubulus-Zellen in den Körper aufgenommen werden, hängt vom Blutdruck und von der Konzentration einer ganzen Reihe von Hormonen ab, die diese Zellen beeinflussen können.
So wird die Menge des Kalium im Körper durch das Hormon Aldosteron reguliert. Kalzium und Phosphat werden durch Parathormon und aktives 1,25 Vitamin D reguliert. In den Tubuli entscheidet sich, wieviel Urin hergestellt wird und wieviel Salze im Körper bleiben.
Die Niere reagiert auf hohen oder niedrigen Blutdruck, indem sie mehr bzw. weniger Wasser und Salze an die Blase weiterleitet. Um den Blutdruck zu erhöhen, können von der Niere produzierte Hormone eine Verengung der Blutgefäße bewirken.
Die Niere spielt die zentrale Rolle bei der Regulation des Blutdrucks, denn sie reguliert die Menge von ausgeschiedenem Wasser und Natrium. Bei zu hohem Blutdruck wird mehr Wasser und Natrium ausgeschieden. Dies wird teilweise durch Hormone gesteuert, die in den Herzvorhöfen gebildet werden.
Wenn die Durchblutung der Niere geringer wird (beispielsweise aufgrund eines niedrigen Blutdrucks, einer reduzierten Herzleistung oder auch durch eine Engstelle in der Arterie, welche die Niere versorgt), wird mehr Wasser und Natrium – aber auch mehr Harnstoff – aus dem Filtrat ins Blut zurück geholt.

Außerdem produziert die Niere in dieser Situation vermehrt Renin, welches die Bildung von Angiotensin und Aldosteron fördert. Das Angiotensin gelangt dann zu seinen Bindungsstellen an den kleinen Blutgefäßen, die daraufhin etwas enger gestellt werden, sodass auf diese Weise der Blutdruck ansteigt. Das Aldosteron verstärkt in der Niere die Ausscheidung von Kalium; gleichzeitig wird im Austausch vermehrt Natrium aufgenommen.
Diese Mechanismen können zu einem Anstieg des Blutdrucks beitragen.
Die Niere ist somit ein wichtiges Organ in der Steuerung des Wasser- und Salzhaushaltes und damit auch des Blutdrucks im Körper. Dies erklärt auch, warum viele wichtige Medikamente zur Behandlung des Bluthochdrucks in diesen Hormonkreislauf eingreifen.