Bei der Peritonealdialyse dient das Bauchfell als Filter, d.h. die Blutreinigung erfolgt innerhalb des Körpers.
Das Bauchfell umkleidet große Teile des Darms und der Bauchhöhle. Das Bauchfell (Peritoneum) ist gut durchblutet und dient gewissermaßen als Membran zwischen Blut und Wasserseite. In die Bauchhöhle wird über den Katheter die Dialyselösung eingebracht und verweilt dort je nach Methode unterschiedlich lange, in der Regel zwischen 20 und 30 Minuten oder 4 bis 6 Stunden. Über das so erzeugte Konzentrationsgefälle treten nunmehr die kleinmolekularen Substanzen in das Dialysat ein und können auf diese Weise entfernt werden. Der Wasserentzug wird durch Beifügung von Traubenzucker, Dextrinen oder anderen Substanzen zum Dialysat erreicht. Leider kommt es auch zu einem Eiweißentzug, der durch eine besonders eiweißhaltige Nahrung ausgeglichen werden muss.
Physikalisch gesehen unterscheidet sich die Peritonealdialyse kaum von der Hämodialyse. Dennoch wird sie von Ärzten seltener empfohlen.
Eine genau zusammengesetzte Dialyselösung wird in den Bauchraum über einen Katheter (ein fest eingenähter steriler Plastikschlauch = Peritoneal-Dialyse- Katheter mit einem Verschlussventil) eingefüllt. Die Flüssigkeit wird einige Stunden im Bauchraum belassen. In dieser Zeit erfolgt der Austausch von Giftstoffen vom Blut in diese Dialysatflüssigkeit der Bauchhöhle.

Die Flüssigkeit wird dann über den Katheter nach außen abgelassen - und mit der Entfernung der Dialyselösung werden auch die Giftstoffe und harnpflichtigen Substanzen aus dem Körper entfernt. Man spricht auch vom transperitonealen Stofftransport (=über das Bauchfell hinweg). Auch hier sind - ähnlich der Hämodialyse - physikalisch die drei Grundmechanismen bedeutsam:
Dazu kommt noch ein aktiver Stofftransport: Bestimmte Eiweißstoffe können auch von den Zellen der Bauchfellmembran aktiv in die Dialysatflüssigkeit abgegeben werden.
Es gibt nur wenige Gegenanzeigen zur Durchführung einer Peritonealdialyse. Geeignete Patienten erhalten eine spezielle Schulung, um die Dialyse selbst durchführen zu können.
Die Peritonealdialyse kommt für viele terminal niereninsuffiziente Patienten in Betracht. Leider wird dieses Verfahren oft nicht allen Patienten als "gleichwertig" angeboten. Es gibt nur wenige Gründe, die bei einigen Patienten gegen eine Peritonealdialyse sprechen, z.B.:
Ob dieses Verfahren für einen Patienten infrage kommt, sollte immer individuell von Patient und Arzt abgewogen werden. Dieses Verfahren wird heute als gleichwertig und komplementär (= ergänzend) zu den anderen Behandlungsverfahren bewertet (Hämodialyse und Transplantation in Form der Lebend- und postmortalen Spende). Es gibt daher keine ideale Behandlungsstrategie, sondern nur ein Zusammenspiel der verschiedenen Verfahren im Zeitverlauf (integratives Behandlungskonzept mit rechtzeitigem Verfahrenswechsel).

Die Peritonealdialyse kann als Behandlungsverfahren langfristig nur gelingen, wenn der Patient:
In Schulungsprogrammen werden nicht nur die Grundkenntnisse über die Nierenfunktion vermittelt, sondern auch alle wichtigen Komplikationen der Peritonealdialyse erläutert.
Viele Patienten wünschen sich eine größere Gestaltungsfreiheit und Unabhängigkeit in ihrem Leben: Der große Vorteil der Peritonealdialyse ist die häusliche Selbstversorgung und Durchführung des Verfahrens durch den Patienten. Der Patient muss für seine Nierenersatztherapie nicht 3 mal pro Woche in ein Dialysezentrum kommen, sondern kann die Bauchfelldialyse selbstständig zu Hause durchführen. Dies kann eine hohe Lebensqualität und eine bessere Vereinbarkeit mit seinem Beruf bedeuten.
Auch vor oder nach einer Transplantation kann die Peritonealdialyse überbrückend eingesetzt werden. Zu bedenken ist aber das erhöhte Infektionsrisiko nach der Operation.
Die Peritonealdialyse ist ein geeignetes Nierenersatzverfahren vor einer geplanten Nierentransplantation [1]. CAPD-Patienten haben im Vergleich zum klassischen Hämodialysepatient im Hinblick auf die Transplantation keine sicheren bekannten Nachteile. Ein direkter Vergleich beider Gruppen im Hinblick auf den Erfolg einer Transplantation ist jedoch nur unzureichend wissenschaftlich untersucht und es liegen nur einige Untersuchungen mit zum Teil nur kleinen Fallzahlen vor [1] [2]. Die größte retrospektive statistische Auswertung über die Erfolgsraten nach einer Nierentransplantation von PD-Patienten im Vergleich zu HD-Patienten stammt aus den USA [3]. Hier gibt es Hinweise, dass PD-Patienten eine geringere Rate an verzögerter Funktionsaufnahme des Transplantats aufweisen [2] [3]. Aber auch im Falle einer verzögerten Funktionsaufnahme kann nach einer Nierentransplantation die Peritonealdialyse überbrückend durchgeführt werden. Einige Transplantationszentren entfernen den PD-Katheter aus diesem Grund während der Transplantation nicht. So besteht die Sicherheit, die Peritonealdialyse nach der Transplantation falls notwendig fortzuführen. Dem entgegen steht das Infektionsrisiko unter der erforderlichen immunsuppressiven Therapie.
Generell gilt: Der PD-Katheter sollte zum Schutz vor Infektionen so früh wie möglich nach einer Transplantation entfernt werden [1].

Die Peritonealdialyse ist ein anerkanntes Verfahren vor einer geplanten Nierentransplantation (Empfehlung Grad B: mittlere Evidenzstufe).
Bei einer verzögerten Funktionsaufnahme nach der Nierentransplantation kann die Peritonealdialyse fortgeführt werden (Empfehlung Grad B: mittlere Evidenzstufe).
Der Peritoneal-Katheter kann 3-4 Monate nach einer Transplantation belassen werden, jedoch ist eine frühere Entfernung anzustreben (Empfehlung Grad B: mittlere Evidenzstufe).
Eine Peritonitis als Komplikation der Peritonealdialyse sollte auch nach der Transplantation nach den ISPD-Richtlinien behandelt werden. Bei einer Infektion sollte der PD-Katheter frühzeitig entfernt werden (Empfehlung Grad B: mittlere Evidenzstufe).
Bei der kontinuierlichen ambulanten Peritonealdialyse (CAPD) führt der Dialysepatient täglich vier bis fünf Wechsel Beutelwechsel ohne Gerät durch. Jeder Flüssigkeitswechsel dauert rund 40 Minuten. Die Wechselintervalle werden vom behandelnden Nephrologen individuell abgestimmt.
Die apparative Peritonealdialyse ist eine maschinell unterstützte Form der Peritonealdialysebehandlung. Die Steuerung der Dialysatwechsel durch den so genannten PD-Cycler.
Bei der nächtlichen intermittierenden Peritonealdialyse (NIPD) schließt sich der Patient selbst jeden Abend an. Auch hier kommt der Cycler zum Einsatz. So können Sie als Patient durchschlafen. Die Dialyse dauert 8 Stunden.
Das Verfahren der APD ist besonders kreislaufschonend und daher in neuerer Zeit auch besonders für stark herzinsuffiziente Patienten (Stadium NYHA III – IV) eingesetzt worden.
Vorteilhaft ist die häusliche Anwendung der Peritonealdialyse, die vom Dialysezentrum unabhängig macht. Wunschgemäß kann diese Behandlung aber auch im Zentrum durchgeführt werden, auch nachts.
Als Nachteil der Peritonealdialyse ist die Infektionsgefahr mit Ausbildung einer Peritonitis zu sehen. Zusätzlich ändert sich unter der Therapie das Bauchfell mit der Folge von höherer Natriumaufnahme in den Körper und der Folge von Ödembildung und Bluthochdruck. Dann wird die Glukosezufuhr gesteigert mit der Folge von Fettstoffwechselstörung, die durch den Eiweißverlust gesteigert wird. Auch die Verweilzeit der Dialyseflüssigkeit im Bauchraum wird reduziert. Letztlich wird die Peritonealdialyse nach Jahren wegen Technikversagens zugunsten der Hämodialyse aufgegeben.
Dennoch hat diese Methode einen hohen Stellenwert zur Überbrückung bis zu einer Nierentransplantation oder auch Herztransplantation. Es soll auch darauf hingewiesen werden, dass die Gefäße des Patienten über Jahre verschont werden und dann „frisch“ für die Hämodialyse sind.